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«In diesem Pulverfass reicht ein Funke»

Armeechef André Blattmann will die Präsenz der Swisscoy im Kosovo verlängern. Wenn die Truppen zu früh zurückgezogen würden, riskiere man alles bisher Erreichte. Das könnte für die Schweiz teuer werden.

Will eine erneute Flüchtlingswelle aus dem Kosovo verhindern: Armeechef André Blattmann (Mitte).
Will eine erneute Flüchtlingswelle aus dem Kosovo verhindern: Armeechef André Blattmann (Mitte).
Keystone

Die Schweizer Armee soll ihren Einsatz zur Unterstützung der Schutztruppe im Kosovo verlängern. Dafür plädiert Armeechef André Blattmann in einem Zeitungsinterview. Die Swisscoy-Präsenz sei auch eine Investition in die Sicherheit der Schweiz.

Weil in der Schweiz die grösste kosovarische Exilgemeinde lebe, «haben wir alles Interesse daran, dass es nicht eines Tages wieder zu einer Flüchtlingswelle kommt», sagte Blattmann in einem heute erschienenen Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz».

Heikle Lage im Nord-Kosovo

Was im Kosovo passiere, habe einen direkten Einfluss auf die Schweiz. Wenn sich die Truppen zu früh zurückzögen, setze man alles aufs Spiel, was bisher erreicht worden sei. «Ohne Truppenpräsenz reicht ein Funke in diesem Pulverfass, und wir würden um Jahre zurückgeworfen.» Nur schon rein finanziell käme das viel teurer zu stehen.

Am heikelsten sei die Lage im Nord-Kosovo. Gerade weil die Schweiz neutral sei, könne sie mit beiden Seiten reden und werde geschätzt. Blattmann geht deshalb davon aus, dass das Parlament den Einsatz der Schweizer Armee verlängert, «wenn keine Verbesserung eintrifft».

Schweiz mit regionalem Kommando

Das Parlament hatte den Einsatz von 220 Angehörigen der Schweizer Armee zur Unterstützung der Kosovo-Schutztruppe KFOR bis zum 31. Dezember 2014 genehmigt. Der Bundesbeschluss sieht vor, dass das Kontingent kurzfristig mit höchstens 80 Personen und während maximal eines Jahres verstärkt werden kann.

Im Norden des Landes führt die Swisscoy innerhalb der von der Nato geführten Schutztruppe ein regionales Kommando an. Dazu sagte Blattmann im Interview, er erachte es als wichtig, dass man international zur Kenntnis nehme, dass sich die Schweiz einbringe.

Erstmals sehe man die Schweizer Flagge bei einem UNO-mandatierten Einsatz. «Wir sind nicht Trittbrettfahrer, wir leisten einen hochgeschätzten Einsatz.»

SDA/wid

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