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Inländervorrang gilt nicht für die «Weltwoche»

Roger Köppel setzt sich für den Vorzug von inländischen Arbeitnehmern ein. In seinem eigenen Betrieb nimmt es der SVP-Nationalrat aber nicht so genau.

Wasser predigen und Wein trinken? Roger Köppel am Abstimmungssonntag vom 28. Februar in Einsiedeln.
Wasser predigen und Wein trinken? Roger Köppel am Abstimmungssonntag vom 28. Februar in Einsiedeln.
Ennio Leanza, Keystone

Als Publizist und Politiker macht sich Roger Köppel für den Inländervorrang stark. Wie Recherchen der «Sonntagszeitung» zeigen, nimmt der SVP-Nationalrat seine Prinzipien nicht ganz so ernst, wenn es um den eigenen Betrieb geht. Bei der «Weltwoche» hat er eine deutsche Sekretariatsleiterin angestellt, die zuletzt bei der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» arbeitete.

Hielte sich Köppel an den Inländervorrang, den er predigt, hätte er gleichwertigen Schweizer Bewerbern den Vorrang geben müssen. Nur wenn sich keine Schweizer für die Stelle finden, können Ausländer zum Zug kommen. Einen Fachkräftemangel an Sekretariatsleitern gibt es hierzulande aber nicht – im Gegenteil. Rund 11'000 Personen schliessen jedes Jahr eine kaufmännische Grundbildung ab. Zudem haben gemäss einer Studie des Branchenverbandes KV Schweiz 93 Prozent der Lehrabgänger eine Weiterbildung geplant.

Deutsche habe alle Schweizer Bewerberinnen überragt

Köppel wehrt sich gegen den Vorwurf der Doppelmoral. «Ich bin dezidiert gegen die unkontrollierte Zuwanderung, und ich bin ebenso dezidiert gegen das heutige System der Personenfreizügigkeit, aber weder die SVP noch ich sind der Meinung, dass Schweizer Unternehmen keine Deutschen oder keine anderen hochqualifizierten ausländischen Arbeitnehmer mehr anstellen dürfen. So einen Unsinn behauptet niemand», sagt er. Seine neue Sekretärin sei eine «ausserordentlich erfahrene und weit überdurchschnittlich qualifizierte Frau», die alle Schweizer Bewerberinnen klar überragt habe.

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