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Internetstars mit Jöö-Faktor

Ein Schweizer Paar mit albanischen Wurzeln zeigt auf einem Social-Media-Kanal seinen Alltag – und über 100'000 Follower sind überaus begeistert.

Unterdessen in Flawil: Schweizer Durchschnitt mit albanischem Einschlag. Foto: Instagram/mr.mrs.aliu
Unterdessen in Flawil: Schweizer Durchschnitt mit albanischem Einschlag. Foto: Instagram/mr.mrs.aliu

Kind funktioniert immer. Jeder User, der schon mal auf einem Social-Media-Kanal ein Foto seines Nachwuchses gepostet hat, weiss das. Die Likes und Herzli fliegen einem förmlich zu. Einen veritablen Orkan der Affirmation hat ein solcher Post eines jungen Ostschweizer Paars ausgelöst. Das Bild ­seiner frisch geborenen Tuana generierte auf ­Instagram, dem Foto-Pendant zu Facebook, über 33'000 Likes und 1600 Kommentare.

Wer ist dieses unbekannte Paar, das die Massen bewegt? Wer steckt hinter «Mr.Mrs.Aliu»? Die «Schweizer Illustrierte» wusste es schon früh und berichtete bereits im Januar aufgeregt vom Insta­gram-Hype um das St. Galler Ehepaar. Das Magazin liess es sich auch nicht nehmen, daraus gar eine Homestory zu machen. So lernte die Leserschaft Coiffeuse Megi (22) und Polymechaniker Xhem Aliu (23) sehr ausführlich kennen. In der Fotostrecke gabs zudem Bilder der Inneneinrichtung. Zu sehen: eine graue Sofalandschaft, Bilder vom Möbelhaus an den Wänden.

Explodierende Follower-Zahlen

Die Impressionen von der Flawiler Wohnung sprechen eine deutliche Sprache. Statt Glamour und Extravaganzen gibts bei diesen Stars nur Durchschnitt – Schweizer Durchschnitt mit albanischem Einschlag. Es ist wohl so etwas wie das Markenzeichen der beiden Instagrammer: nahe bei den Leuten, greifbar, bescheiden. Bei der albanischen Diaspora in der Schweiz kommt das äusserst gut an. Viele Kommentare sind denn auch auf Albanisch geschrieben. Es war auch eine albanische Website, die die beiden erst richtig bekannt machte. Seither sind die Follower-Zahlen explodiert. Immer mehr Menschen wollen sich offenbar ansehen, wie Mister und Misses Aliu aus Flawil leben und lieben.

Sie wollen dabei sein, wenn Istanbul oder der Schiefe Turm von Pisa besucht, im Auto laut gesungen, ein Spaziergang ins Grüne unternommen wird. Die Follower wollen auch Teil der romantischen Hochzeit in Weiss sein. 14'000 haben für dieses Bild, das die Frischvermählten in einer Schlucht bei Skopje zeigt, einen Like übrig.

Alltag fesselt. Und so gerieten Tausende aus dem Häuschen, als Xhem mit dem Hashtag #baldzudritt und #pregnant verkündete, dass es Nachwuchs geben würde. Er schrieb: «Mit dieser nachricht hast du mich zum glücklichsten mann auf dieser WELT gemacht. mein engel ich kann es immer noch nicht glauben es ist zu schön um wahr zu sein!» Klar. Eine solche emotionsbeladene Nachricht musste zum Like-Monster werden – 16'600.

Mit dieser Nachricht erhielt aber ein in der Social-Media-Welt meist etwas vernachlässigtes Thema eine neue Dringlichkeit: Wie sehr soll Privates preis­gegeben werden? Bisher hatten die beiden recht offenherzig aus ihrem unspektakulären Leben berichtet. Soll aber wirklich nun auch das eigene Kind in die digitale Öffentlichkeit? Der «Schweizer Illustrierten» diktierten Megi und Xhem noch im Januar, dass sie noch nicht sicher seien, ob das Baby tatsächlich Teil ihrer Instagram-Story sein werde.

Einblicke ins Kinderzimmer

Vor ein paar Tagen lieferten sie dann eine Antwort auf diese Frage – mit dem ersten Bild von Tuana. Mittlerweile ist das Kinderthema weiterverwertet worden. Diese Woche gaben die Alius einen Einblick in das neu gestaltete Kinderzimmer. «Familie ist wo Leben beginnt und Liebe niemals endet!», steht rosa unterstrichen an der Wand. Zur Einrichtung gehören auch ein herziger Teppich und Spielzeug. Die dazu gehörenden Hashtags führen direkt zu den entsprechenden Produkten. Natürlich alles kaufbar.

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