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IT-Sicherheitslücke in Spitälern könnte Tote fordern

Nach der weltweit grössten Cyber-Attacke geht es auch in der Schweiz um die Aufarbeitung – um in Zukunft grössere Schäden zu vermeiden.

«Ich bin kein Held»: IT-Experte Marcus Hutchins, der «Wanna Cry» stoppte. (15. Mai 2017)
«Ich bin kein Held»: IT-Experte Marcus Hutchins, der «Wanna Cry» stoppte. (15. Mai 2017)
Frank Augstein, Keystone
Wie viele Systeme vom Hackerangriff tatsächlich betroffen sind, wird sich wohl erst in den nächsten Tagen klären. In der Schweiz geht man bis anhin von 200 Computern aus. (Archivbild)
Wie viele Systeme vom Hackerangriff tatsächlich betroffen sind, wird sich wohl erst in den nächsten Tagen klären. In der Schweiz geht man bis anhin von 200 Computern aus. (Archivbild)
Damien Meyer, AFP
In Grossbritannien waren dutzende Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen der NHS lahmgelegt. Patienten wurden gebeten, nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen zu kommen. Auch Krebs- und Herzpatienten, deren Daten nicht zur Verfügung standen, wurden nach Hause geschickt.
In Grossbritannien waren dutzende Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen der NHS lahmgelegt. Patienten wurden gebeten, nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen zu kommen. Auch Krebs- und Herzpatienten, deren Daten nicht zur Verfügung standen, wurden nach Hause geschickt.
Daniel Leal-Olivas, AFP
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Nur mit Glück richtete der Computer-Virus «Wanna Cry» in der Schweiz nicht mehr Schaden an. Etwa 200 Rechner wurden infiziert. Doch gemäss der «Sonntagszeitung» zeigt eine Auswertung eines spezialisierten IT-Unternehmens, dass es hierzulande 3621 Geräte gibt, die vom Virus hätten befallen werden können, weil ihre Software veraltet ist.

Ungenügend ist der Virenschutz in Arztpraxen, bei Kantonsbehörden oder in Schweizer Hochschulen. Die Analyse der «Sonntagszeitung» zeigt, dass dazu auch zwei Rechner der ETH Zürich gehörten. Die Löcher betrafen das Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung sowie das Institute for Dynamic Systems and Control, das unter anderem an Robotern arbeitet.

Ein Sprecher der ETH sagte, das ­Sicherheitsloch in einem Fall schon vor dem «Wanna Cry»-Angriff gestopft zu haben. Das zweite Loch sei der Hochschule neu, doch auch das habe man ­inzwischen geschlossen. Die Systeme mit wichtigen Finanz-, Personal- oder Studierendendaten seien trotz dieses Lochs immer sicher gewesen.

Noch gefährlicher als «Wanna Cry»

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz erstellte nach dem grossen Hackerangriff eine interne Risikoanalyse, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Autorin Angelika Bischof komme darin zum Schluss, dass ein Cyberangriff auf ein einzelnes Spital «zu Schäden mit mehreren Todesopfern führen» könnte.

Gefährlicher als «Wanny Cry» sei ein Virus namens «Adylkuzz», der sich derzeit gemäss der «NZZ am Sonntag» verbreitet. Monika Schaufler von der amerikanischen Sicherheitsfirma Proof point sagt: «Dieser Angriff ist insofern gefährlicher als ‹Wanna Cry›, weil er im Hintergrund erfolgt und vielen Betroffenen gar nicht bewusst ist.» Man würde den Angriff erst nach etwa 145 Tagen bemerken. Inzwischen seien bereits Hunderttausende Computer weltweit davon betroffen.

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