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Japans Medien versuchen in Bern das Rätsel um Kim Jong-un zu lösen

Kim Jong-un könnte bald zu Nordkoreas Thronfolger gekürt werden. Deshalb studieren Japans Medien seine angeblichen Schuljahre in Bern. Und stricken eifrig mit an der finsteren Legende vom jungen Mann.

Schule der Demokratie für Diktatorensohn? Der angeblich designierte Staatschef Nordkoreas soll um 2000 im Steinhölzli-Schulhaus, Liebefeld, den Unterricht besucht haben.
Schule der Demokratie für Diktatorensohn? Der angeblich designierte Staatschef Nordkoreas soll um 2000 im Steinhölzli-Schulhaus, Liebefeld, den Unterricht besucht haben.
Susanne Keller

Shinji Inada ist eigens aus Paris angereist. Der japanische Journalist hat sich an der Kirchstrasse in Berns Vorort Liebefeld eines von mehreren identischen Reihenhäusern aus rötlichem Backstein angeschaut. Und er ist zum nahen Steinhölzli-Schulhaus spaziert, einem austauschbaren Flachdachbau.

Der Paris-Korrespondent der Tageszeitung «Asahi Shinbun» besucht sonst aufregendere Orte. Sein Arbeitgeber in Tokio gibt ein Weltblatt mit einer Auflage von 8,5 Millionen Exemplaren heraus. Derzeit verfolgt Inadas Zeitung eine Story, in der ausgerechnet das unspektakuläre Liebefeld ein Schauplatz ist. Es geht um Kim Jong-un, den jüngsten Sohn von Präsident Kim Jong-il aus dem maroden Unterdrückerstaat Nordkorea. Gemäss Geheimdienstgerüchten und laut den Büchern von Kims einstigem Leibkoch soll der Diktatorensohn aus dem bösen Land in Liebefeld gewohnt und dort vor gut 10 Jahren die Schule besucht haben.

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