Neuer Höchststand

Jeder Dritte in der Schweiz hat Migrationshintergrund

37 Prozent der hierzulande lebenden Erwachsenen haben ausländische Wurzeln. Damit ist eine neue Höchstmarke erreicht.

Bevölkerung mit Migrationshintergrund wächst: Mütter und ihre Kinder aus verschiedenen Kulturen bei einem Integrationskurs in Zürich. (Archiv)

Bevölkerung mit Migrationshintergrund wächst: Mütter und ihre Kinder aus verschiedenen Kulturen bei einem Integrationskurs in Zürich. (Archiv) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist auch 2016 markant gewachsen. Mittlerweile haben fast 37 Prozent der sieben Millionen Erwachsenen im Land ausländische Wurzeln. In Genf übersteigt dieser Anteil gar die 60-Prozent-Marke.

2016 stieg die Zahl der über 14-jährigen Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund um 74'000 und erreichte mit 2,6 Millionen einen neuen Höchststand. Mit knapp 3 Prozent lag das Plus im Rahmen der Vorjahre, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Zwischen 2012 und 2016 betrug das Wachstum in dieser Bevölkerungsgruppe über 10 Prozent. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund blieb derweil mehr oder weniger stabil. Letztes Jahr nahm sie sogar leicht ab, um 0,2 Prozent auf knapp 4,4 Millionen Personen.

Europa wichtigste Herkunftsregion

Die Zunahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund geht gemäss BFS zu über 90 Prozent auf das Konto von Personen aus dem EU- und EFTA-Raum und von Schweizer Staatsangehörigen. Personen aus dem übrigen Europa und und aus dem aussereuropäischen Raum trugen weniger zum Wachstum bei.

Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund gehören im wesentlichen im Ausland geborenen Ausländer und eingebürgerte Schweizer (1. Generation). Dazu kommen die in der Schweiz geborenen Eingebürgerten und die in der Schweiz geborenen Ausländer mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil (2. Generation).

Landesweit haben 36,8 Prozent der Personen ab 15 einen Migrationshintergrund. Je nach Kanton variiert diese Quote aber zum Teil erheblich. An der Spitze liegt Genf mit 64 Prozent vor Basel-Stadt, dem Tessin und der Waadt mit Anteilen von knapp unter 50 Prozent. Weniger als 20 Prozent macht die Migrationsbevölkerung dagegen in Obwalden, in Jura sowie in Uri aus.

Mehrheitlich Schweizer, Italiener und Deutsche

Wie die Zahlen des BFS weiter zeigen, sind über ein Drittel der Personen mit Migrationshintergrund Schweizerinnen und Schweizer und damit die häufigste Nationalität. Darauf folgen bei den Männern die Italiener, bei den Frauen die Deutschen. Auf dem dritten Rang ist es umgekehrt. Hier liegen die deutschen Männer und die italienischen Frauen vorn.

Mit 44,5 Jahren ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Schnitt fast 6 Jahre jünger als diejenige ohne. Am stärksten vertreten sind Personen mit Migrationshintergrund in der Altersgruppe der 25- bis 39-jährigen mit einem Anteil von fast 47 Prozent.

Drei Viertel der Kinder haben Schweizer Pass

Die Daten zum Migrationsstatus stammen aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE), die nur Personen ab 15 Jahren erfasst. Von den rund 1,25 Millionen Kindern bis 14 Jahre sind lediglich der Geburtsort und die Nationalität bekannt.

So besitzen nahezu drei Viertel (73 Prozent) der Kinder den Schweizer Pass und sind in der Schweiz geboren. Das verbleibende Viertel ist entweder im Ausland geboren (10 Prozent) oder in der Schweiz geboren und ausländischer Staatsangehörigkeit (18 Prozent). (chi/sda)

Erstellt: 24.10.2017, 16:19 Uhr

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