Jodelclub begeistert chinesischen Premier

Der chinesische Premierminister Li Keqiang traf sich zum Mittagessen mit Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Später besuchten die Politiker einen Bauernhof in Embrach.

Begeistertes Klatschen: Der chinesische Premierminister Li Keqiang und Johann Schneider-Ammann in Embrach. (24. Mai 2013)
Video: Keystone

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Der chinesische Regierungschef Li Keqiang hat das Freihandelsabkommen mit der Schweiz gelobt. Es helfe China, sich weiter zu öffnen. «Über die letzten zwei Jahre haben wir Einigkeit gefunden und Differenzen beigelegt», sagte Li Keqiang vor Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann und Schweizer Wirtschaftsvertretern in Zürich. Die Verhandlungen zum Abkommen sind abgeschlossen.

Am Nachmittag will Li mit Bundespräsident Maurer eine Absichtserklärung unterzeichnen. Bundesrat Schneider-Amman hofft, dass er den Vertrag im Juli während eines Besuchs in Peking unterzeichnen kann. «Die Schweiz ist eines der führenden Länder der Weltwirtschaft», sagte Li.

Erstes Freihandelsabkommen für China

China schliesse erstmals ein Freihandelsabkommen mit einem kontinentaleuropäischen Land. Die zweit- und die neunzehntgrösste Volkswirtschaft der Welt hätten sich zu mehr Transparenz und einem noch stärkeren Handel entschlossen.

Der seit März als Regierungschef amtierende Li war am Donnerstag in der Schweiz gelandet. Bei seinem Besuch wird er unter anderem von Aussenminister Wang Yi und Handelsminister Gao Hucheng begleitet.

Der Anlass in Zürich stand unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Nationalbank, dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, der Bankiervereinigung und der schweizerisch-chinesischen Handelskammer.

China sucht Modernisierung

In den nächsten sieben Jahren müsse China im Schnitt um 6,9 Prozent im Jahr wachsen, sagte Li. Die Modernisierung in einem Land mit 1,3 Milliarden Menschen sei ein langer Weg. China habe aber das unerschütterliche Ziel, sich zu modernisieren, sagte der Premierminister.

Davon profitierten auch andere Länder wie die Schweiz. Der Freihandel sei dafür sehr wichtig. China habe 19 Freihandelsabkommen mit Ländern und Regionen.

Li sprach speziell die Schweizer Bankenindustrie an: China wolle den eigenen Finanzsektor stärken und sei interessiert an der Zusammenarbeit mit dem Schweizer Finanzplatz, den er als erstrangig in der Welt bezeichnete. Auch die Finanzindustrie sei sehr daran interessiert, ihre Beziehungen zu China zu vertiefen, sagte Nationalbankpräsident Thomas Jordan. Die Schweiz würde gerne zur Clearing-Plattform für die chinesische Währung Renminbi werden.

«Ich fühle mich gut»

Bundesrat Johann Schneider-Ammann bezeichnete die chinesischen Gäste als «enge Freunde». China ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien. Beide Regierungen hätten intensiv für das bilaterale Freihandelsabkommen verhandelt.

«Ich glaube, unsere Verhandlungsteams haben einen guten Job gemacht», sagte Schneider-Ammann. «Ich fühle mich gut», sagte der Bundesrat an den chinesischen Gast gerichtet. Die Schweiz hat die Volksrepublik China bereits 1950 diplomatisch anerkannt. Seit 1974 besteht ein bilaterales Handelsabkommen. Für Li Keqiang, der zur Spitze der chinesischen Staats- und Parteihierarchie gehört, war es der zweite Besuch in Zürich. 2010 hatte er die Stadt als Vizeregierungschef besucht.

Jodeln in Embrach

Während seines Aufenthalts in der Schweiz stattete Li Keqiang auch einem Bauernhof in Embrach einen Besuch ab. Dabei kam er in den Genuss einer Jodeldarbietung. Er zeigte sich begeistert (siehe Video). (kle/sda)

Erstellt: 24.05.2013, 13:01 Uhr

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