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Kampfdrohnen für die Schweizer Luftwaffe?

Noch immer tobt der Streit um die Beschaffung von neuen Kampfjets. Doch in der Luft könnte schon bald ein anderer Hightechjäger für Furore sorgen.

Schon seit Jahren wird an der Entwicklung der Europäischen Kampfdrohne gearbeitet: Prototyp des Neuron an der Flugshow in Le Bourget bei Paris im Jahr 2005.
Schon seit Jahren wird an der Entwicklung der Europäischen Kampfdrohne gearbeitet: Prototyp des Neuron an der Flugshow in Le Bourget bei Paris im Jahr 2005.
Reuters
Sechs Länder sind an der Entwicklung beteiligt: Die Flaggen von Spanien, der Schweiz, Griechenland, Frankreich, Italien und Schweden hinter dem Neuron an der Flugshow in Paris im Jahr 2007.
Sechs Länder sind an der Entwicklung beteiligt: Die Flaggen von Spanien, der Schweiz, Griechenland, Frankreich, Italien und Schweden hinter dem Neuron an der Flugshow in Paris im Jahr 2007.
Keystone
Wird inzwischen an jeder Flugshow gezeigt: Neuron-Modell vor wenigen Tagen in Paris.
Wird inzwischen an jeder Flugshow gezeigt: Neuron-Modell vor wenigen Tagen in Paris.
Keystone
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Gestern in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats: Eine Mehrheit fordert von VBS-Chef Ueli Maurer, er solle einen Verkauf von nicht mehr gebrauchten Armee-Immobilien prüfen, um damit die Finanzierung der neu benötigten Kampfjets zu sichern. Zuvor hatte bereits der Ständerat einer raschen Beschaffung von neuen Kampfjets zugestimmt. Das Ganze hängt allerdings wegen fehlender Gelder in der Luft.

Neben dem milliardenschweren Tiger-Ersatz sorgt heute ein anderer Hightechflieger für Schlagzeilen. «VBS werkelt mit Nato an Kampf-Drohne», schreibt heute der «Blick». Dass sich die Schweiz mit sechs Millionen an der mehrere Hundert Millionen Franken teuren Entwicklung der Kampfdrohne Neuron beteiligt, ist seit längerem klar. 2005 nahm der Bundesrat auf eine Anfrage des damaligen Nationalrats Paul Günter zu dem Projekt Stellung und nannte den Rahmen der Schweizer Beteiligung.

Kauf «nicht ausgeschlossen»

Neu wird die Möglichkeit diskutiert, dass das VBS dereinst diese Neuron-Kampfdrohnen selber beschaffen könnte. Ein Kauf werde «nicht ausgeschlossen», zitiert das Blatt eine VBS-Sprecherin, obwohl es derzeit keine Pläne dafür gebe.

Noch sind die 10 Meter langen und 12 Meter breiten Drohnen nicht serienreif. Obwohl demnächst der Erstflug erfolgen soll, ist Serienreife erst für 2020 geplant. An der Entwicklung der Neuron arbeiten verschiedene europäische Staaten mit, darunter Frankreich, Schweden, Spanien, Italien, Griechenland und eben die Schweiz. Federführend sind die beiden Kampfjetbauer Dassault und Saab.

Ruag angeblich beteiligt

Den Schweizer Beitrag leistet Berichten zufolge der Rüstungskonzern Ruag. Laut «Blick» soll es sich um die Aufhängung für die Bewaffnung handeln. Zudem werde der Neuron in einem Windkanal im luzernischen Emmen getestet.

Ob dereinst Kampfdrohnen die Aufgaben von Kampfjets erfüllen können, bleibt offen. Einen Zusammenhang mit dem Kauf neuer Jets stellt der Zuger Nationalrat Jo Lang jedoch bereits jetzt her: «Die Armee will mit den Drohnen-Plänen die geplante Beschaffung neuer Kampfjets nicht gefährden», sagt er dem «Blick». Das scheint nachvollziehbar.

Drohnen im Einsatz der US-Armee

Das US-Militär operiert bei seinen Militäreinsätzen im Ausland seit Jahren mit den unbemannten Flugobjekten. Dabei werden Luftangriffe teilweise aus den USA gesteuert. Das Neuron-Projekt soll Berichten von Fachmedien zufolge mit Bomben bestückt werden können.

Nachgefragt: Können Drohnen ein Ersatz für Kampfjets sein? Wo sind die Stärken, wo die Schwächen? Lesen Sie am Nachmittag auf Redaktion Tamedia das Interview mit dem Strategieexperten.

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