Kanton suspendiert Chefpolizisten

Ein hoher Beamter der Genfer Kantonspolizei ist vom Dienst suspendiert worden. Er hat laut einer Untersuchung bei einer Demonstration versagt.

Versagt: Einsatzleiter Christian Cudré-Mauroux hat seinen Posten räumen müssen. (Archiv)

Versagt: Einsatzleiter Christian Cudré-Mauroux hat seinen Posten räumen müssen. (Archiv) Bild: Martial Trezzini/Keystone

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Die unbewilligte Kundgebung des Schwarzen Blocks in Genf am 19. Dezember 2015, die zu grossem Sachschaden führte, hat ein prominentes Opfer gefordert. Wie die Online-Ausgabe der «Tribune de Genève» berichtet, hat der Staatsrat den Einsatzleiter der Genfer Kantonspolizei am Mittwoch von seinen Aufgaben während der Dauer der gegen ihn laufenden Untersuchung suspendiert.

Der hohe Polizeibeamte Christian Cudré-Mauroux wird von der Lokalzeitung als «Monument der Genfer Polizei» bezeichnet. Der Staatsrat kam nach einer internen Untersuchung der Polizei über die Vorfälle der Demonstration in der Nacht auf den 20. Dezember zu diesem Entschluss. Das Sicherheits-Departement hat inzwischen die vorläufige Suspendierung des 59-jährigen Offiziers bestätigt.

Die Zeitung glaubt, dass Cudré-Mauroux offenbar Kenntnis davon hatte, dass es zu einer unbewilligten Demonstration kommen würde. Er habe aber nicht die notwendigen polizeilichen Massnahmen getroffen. Am Ende standen nur 31 Polizisten den rund 400 Demonstranten gegenüber, darunter rund 40 gewaltbereite Anhänger des Schwarzen Blocks, die für erheblichen Sachschaden in Genfs Innenstadt sorgten.

Erheblicher Sachschaden

Rund 20 Schaufenster von Banken, Bijouterien sowie von einem Coiffeursalon wurden eingeschlagen. Zudem wurden entlang der Umzugsroute zahlreiche Wände mit Sprayereien verschmiert. Der angerichtete Schaden wurde damals auf mehrere 10'000 Franken beziffert. Überdies wurden zwei Beamte leicht verletzt.

Im Nachgang zum Polizeieinsatz war es zu einer Polemik über den angeblich zu zurückhaltenden Polizeieinsatz gekommen, die auch den Grossen Rat beschäftigte. Das Kantonsparlament verzichtete jedoch auf die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission.

(fal/sda)

Erstellt: 05.02.2016, 11:36 Uhr

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