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Kantone stehen geschlossen hinter Lehrplan 21

Alle 21 deutschsprachigen Kantone wollen sich am Lehrplan 21 beteiligen - auch finanziell. Der neue Lehrplan kann nun wie vorgesehen 2014 an allen Volksschulen eingeführt werden. Der SVP passt das gar nicht.

Die gute alte Schulstube: Die deutschsprachigen Kantone sind sich einig, wie der künftige Lehrplan aussehen soll.
Die gute alte Schulstube: Die deutschsprachigen Kantone sind sich einig, wie der künftige Lehrplan aussehen soll.
Keystone

Seit vergangener Woche sei klar, dass alle Kantone an einem Strick zögen, sagte der Luzerner Bildungsdirektor Anton Schwingruber der «SonntagsZeitung». Bei der öffentlichen Präsentation des Lehrplans 21 im vergangenen Juni hatten die Unterschriften der Kantone Uri und Baselland noch gefehlt.

Anders als beim Projekt HarmoS habe die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) nun Einstimmigkeit erreicht. «Auch die fünf SVP-Bildungsdirektoren haben zugesagt und stehen voll hinter uns», hielt Schwingruber fest.

Diese weichen damit von der Parteilinie ab: Die SVP Schweiz ist nicht mit dem Lehrplan 21 einverstanden und stellte vergangene Woche einen eigenen Lehrplan vor. Die Partei befürchtet insbesondere, dass den Kantonen zu viel vorgeschrieben werden könnte. Mit dem Lehrplan 21 werde sich die EDK zum «Bildungsvogt» mausern, warnte etwa der Zürcher SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer.

SVP will Fremdsprachen erst in der Oberstufe

Das Gegenprojekt der SVP enthält verschiedene Forderungen: So soll der Fremdsprachenunterricht erst in der Oberstufe beginnen. Aufwerten möchte die Partei hingegen die Fächer Mathematik und Realien. Das heutige Fach «Mensch und Umwelt» lehnt die SVP ab.

Die Kritik der SVP könne er «nicht ernst nehmen», sagte Schwingruber. Einerseits kritisiere die Partei, dass die EDK einen zentralisierten Lehrplan ausarbeite. Andererseits mache die SVP selbst Vorschläge für einen zentralisierten Lehrplan.

Sexualkunde ist umstritten

Die umstrittenen Bildungsinhalte wie Sexualkunde, die Schweiz und der Zweite Weltkrieg oder der Klimawandel würden nicht einfach von Politikern bestimmt, erklärte Schwingruber. «Wir arbeiten bei der Konzeption des Inhalts mit Fachleuten zusammen, die uns in diesen Fragen beraten.» Diese wüssten über den neusten Stand der Wissenschaft Bescheid.

Im Jahr 2013 findet gemäss Schwingruber eine Konsultation zu den Vorschlägen der Experten statt. Erst danach würden die Erziehungsdirektoren den Lehrplan 21 verabschieden.

SDA/pbe

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