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Kassen müssen 300'000 Franken teures Medikament bezahlen

Das Bundesamt für Gesundheit stellt sich gegen das Bundesgericht und will Myozyme auf die Liste der kassenpflichtigen Medikamente setzen. Muskelschwund-Patienten reagieren erleichtert, die Kassen kritisieren den Entscheid.

Erleichtert: Morbus-Pompe-Patientin Jeannine Frey muss dank dem Medikament nur nachts ans Beatmungsgerät.
Erleichtert: Morbus-Pompe-Patientin Jeannine Frey muss dank dem Medikament nur nachts ans Beatmungsgerät.
Dominique Meienberg

Die 28-jährige Jeannine Frey leidet an der seltenen Stoffwechselkrankheit Morbus Pompe und wartete seit Wochen auf den Entscheid: Gestern endlich erfuhr sie, dass die Krankenkassen Myozyme, das einzige zugelassene Medikament gegen die Krankheit, künftig wieder bezahlen müssen. Dies beschloss das Bundesamt für Gesundheit (BAG), wie die Herstellerfirma Genzyme mitteilte. Auch wenn die Kriterien zur Kostenübernahme noch festgelegt werden müssen, wird der Vorentscheid von den Patienten mit grosser Erleichterung aufgenommen. Denn seit einem Bundesgerichtsurteil vom Frühjahr bezahlten die Kassen Myozyme nicht mehr. Das höchste Gericht befand die Wirksamkeit für zu wenig nachgewiesen und die jährlichen Kosten von 300 000 Franken als zu hoch. Zuvor vergüteten die Kassen Myozyme zumindest im Einzelfall.

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