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Kassen wollten für Verwaltung zu viel berechnen

Das Bundesamt für Gesundheit hat bei mehreren Krankenkassen die Verwaltungskosten nach unten korrigiert.

Wie viel Geld dürfen die Krankenkassen von den Prämien für ihre Verwaltungskosten abzweigen? Diese Frage sorgt immer wieder für rote Köpfe: Vor allem die Linke argwöhnt, die Kassen zahlten ihren Führungscrews zu hohe Löhne – so verdient Helsana-Chef Manfred Manser 880'000 Franken. Die Grüne Nationalrätin Franziska Teuscher verlangt deshalb in einem Vorstoss, dass der Bundesrat die Gehälter der Kassenbosse begrenzen soll.

Die Verwaltungs- und damit die Lohnkosten waren auch ein Thema bei der soeben abgeschlossenen Prämiengenehmigung zwischen den Krankenkassen und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), wie BAG-Vizedirektor Peter Indra bestätigt: «Wir haben dieses Jahr von einzelnen Krankenkassen verlangt, die Verwaltungskosten nach unten zu korrigieren.» Denn das BAG muss diese im Rahmen seiner Aufsicht genehmigen. Dafür vergleicht es unter anderem die Versicherungen untereinander: «Der übliche Anteil der Verwaltungskosten liegt bei fünf bis sechs Prozent der Nettoprämien», sagt Indra. Die Prämien selbst werden am Freitag bekannt gegeben.

Die grossen Krankenkassen betonen, in diesem Bereich nicht zu überborden: «Unsere Verwaltungskosten sind und bleiben im Branchenvergleich tief», sagt Helsana-Sprecher Rob Hartmans. Stephan Michel von der CSS betont, zwischen seiner Kasse und dem BAG seien die Verwaltungskosten kein Thema gewesen. Zudem würde der grösste Teil der Konzernleitungslöhne den privatrechtlich geregelten Zusatzversicherungen belastet. So fallen von den gut 300'000 Franken, die ein CSS-Konzernleitungsmitglied verdiene, nur 120'000 Franken bei der Grundversicherung an. «Das ist relativ wenig», so Michel.

Auch der Bundesrat sieht keinen Anlass, «die Löhne der leitenden Organe der Krankenversicherer zu begrenzen», wie er Anfang September auf den erwähnten Vorstoss von Teuscher mitteilte. Allerdings ist er bereit, in Zukunft von den Krankenkassen mehr Transparenz zu verlangen. Diese sollen offenlegen müssen, wie viel Geschäftsleitung und Verwaltungsrat insgesamt sowie deren Vorsitzende individuell verdienen.

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