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Keine roten Zahlen bei den Schwarzmalern

Um 3,3 Milliarden Franken haben sich die Kantone 2010 verschätzt. Die meisten von ihnen budgetierten ein Defizit. Doch nur fünf von 26 Kantonen fuhren tatsächlich einen Verlust ein.

Schrieben unerwartet schwarze Zahlen: Die meisten Kantone, hier das Haus der Kantone in Bern.
Schrieben unerwartet schwarze Zahlen: Die meisten Kantone, hier das Haus der Kantone in Bern.
Keystone

Sie haben schwarzgemalt, doch nun schreiben sie schwarze Zahlen: 21 der 26 Kantone haben 2010 einen Gewinn von insgesamt über 2 Milliarden Franken gemacht. Damit stehen alle Kantone zusammen um 3,3 Milliarden besser da als budgetiert. Trotzdem sind die Prognosen für 2012 düster.

Mit Waadt hat heute der letzte Kanton seine Rechnung für das vergangene Jahr präsentiert. Die Berechnung der Nachrichtenagentur SDA zeigt: 21 Kantone verzeichnen Ertragsüberschüsse von insgesamt 2,17 Milliarden Franken. Nur fünf schreiben Verluste von 157 Millionen: Baselland, Neuenburg, Schaffhausen, Schwyz und das Tessin.

Dieses Ergebnis steht in scharfem Kontrast zu den Prognosen – 16 Kantone hatten rote Zahlen prophezeit. Sie stehen nun um rund 3,3 Milliarden Franken besser da als befürchtet.

«Der Unterschied rührt daher, dass man sich bei der Finanz- und Wirtschaftskrise auf zwei Seiten verschätzt hat – sowohl was ihre Tiefe als auch was ihre zeitliche Dauer anbelangt», sagte Christian Wanner, Präsident der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), am Donnerstag auf Anfrage der SDA.

Mehr Ausgaben für Spitäler

Mit den öffentlichen Finanzen gehe man nicht nach dem Prinzip Hoffnung um, sagte Wanner. Man wolle stattdessen auf der sicheren Seite stehen und budgetiere daher eher zurückhaltend.

Wanner schätzt das Jahr 2011 als «Übergangsjahr» ein, bevor die Zeiten wieder härter werden: «Die Prognosen sind düster.» Ab 2012 wirken sich ihm zufolge vor allem die neue Spitalfinanzierung und die mutmasslich sinkenden oder ganz ausbleibenden Ausschüttungen der Nationalbank negativ auf die Kantone aus.

Der stellvertretende FDK-Sekretär Peter Mischler sprach gegenüber der SDA zudem von der Unternehmenssteuerreform II, die als «Damoklesschwert» über den Kantonen schwebe.

Präsident Christian Wanner geht davon aus, dass «einige Kantone in den nächsten drei bis vier Jahren nicht darum herumkommen werden, die Steuern zu erhöhen, die Ausgaben zu kürzen oder Schulden zu machen».

SDA/miw

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