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Keine Wahlbegeisterung bei Franzosen in der Schweiz

Nicht einmal jeder vierte in der Schweiz lebende Franzose hat an der ersten Runde der französischen Parlamentswahlen teilgenommen. Eine Kandidatin und ein Kandidat haben es in die zweite Runde geschafft.

Franzosen sind auch in der Schweiz zur Urne gerufen: Hinweistafel für ein Wahllokal in Genf. (22. April 2007)
Franzosen sind auch in der Schweiz zur Urne gerufen: Hinweistafel für ein Wahllokal in Genf. (22. April 2007)
Keystone

Die Parlamentswahlen vom Sonntag waren unter Franzosen in der Schweiz kein Gassenfeger. In die zweite Runde der Region Schweiz/Liechtenstein haben es die Konservative Claudine Schmid (UMP) und Nicole Castioni von der sozialistischen Partei (PS) geschafft.

Gemäss den provisorischen Ergebnissen erreichte Schmid von der Partei des ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy den ersten Platz mit einem Wähleranteil von 34,2 Prozent oder 7925 Stimmen. Dies war am Montagmorgen der Webseite des französischen Aussenministeriums zu entnehmen. Castioni von Präsident François Hollandes Partei erhielt 27,2 Prozent – dies entspricht 6276 Voten.

Auf Platz drei kommt die Grüne Ximena Kaiser Morris mit 5,5 Prozent Wähleranteil. Das Podest knapp verpasst hat die Kandidatin des rechtsextremen Front National (FN), Christiane Floquet, mit 5,3 Prozent. Dahinter folgen zwei unabhängige Kandidaten: die frühere liberale Genfer Regierungsrätin Micheline Spoerri mit 5,0 und der ebenfalls liberale Denis Salavert mit 4,8 Prozent.

Tiefe Wahlbeteiligung

Insgesamt kandidierten 21 Personen. Für die Parlamentswahl hatten sich rund 107'000 Franzosen in der Schweiz und Liechtenstein registrieren lassen. Die effektive Wahlbeteiligung belief sich schliesslich nur auf 21,91 Prozent.

Es ist das erste Mal, dass die Auslandfranzosen Abgeordnete in die Nationalversammlung nach Paris entsenden können. Für die Region Schweiz/Liechtenstein ist einer der insgesamt elf Sitze für Auslandfranzosen reserviert. Bislang waren diese nur im Senat vertreten.

Erstmals per E-Voting

Es war auch das erste Mal, dass die Auslandfranzosen ihre Stimme im Internet abgeben konnten. Nach den Angaben des französischen Aussenministeriums nahmen rund 14'000 Auslandfranzosen aus der Schweiz und Liechtenstein auf diesem Weg an der Wahl teil.

Die Wahl per Internet verlief allerdings nicht reibungslos: Viele Interessierte konnten nicht teilnehmen, weil ihre - neuste - Version der Programmiersprache Java mit dem zuständigen Ministerium nicht kommunizieren konnte. Dessen Version ist veraltet. Gemäss Kritikern war die Wahl per Internet zudem nicht sicher.

Über 1 Million Auslandfranzosen

An vergangenen Sonntag waren auch die rund 1,1 Millionen anderen im Ausland lebenden Franzosen zur Wahl aufgerufen. Gemäss den provisorischen Resultaten liegt die sozialistische Partei in sechs der restlichen zehn Auslandfranzosen-Regionen in Führung.

Die UMP liegt in drei Regionen an der Spitze, die Grünen in einer. Es kommt jedoch allerort zu einer zweiten Wahlrunde. In der Schweiz findet der zweite Wahlgang vom 6. bis 12. Juni statt.

Frankreich wählt am Sonntag

In Frankreich selbst wird die erste Runde der Parlamentswahl erst diesen Sonntag ausgetragen. Am 17. Juni findet dann die zweite Runde statt. In Umfragen liegen die Linksparteien zusammen bei rund 45 Prozent, die konservative UMP und ihre Verbündeten bei 32 Prozent und die rechtsextreme Front National (FN) bei 12 Prozent.

Um in der ersten Runde gewählt zu werden, brauchen die Kandidaten die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen und ein Viertel der Stimmen der eingetragenen Wähler.

SDA/rub

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