Panama Papers: Finma sendet klare Botschaft an Putin

Journalisten haben ein Verfahren gegen die Machenschaften des Kremls in der Schweiz angestossen. Mit Erfolg.

Kann in der Schweiz nicht machen, was er will: Wladimir Putin.

Kann in der Schweiz nicht machen, was er will: Wladimir Putin. Bild: Alexei Druzhinn/Keystone

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Die Finma, die Bankenaufsicht der kleinen Schweiz, hat dem mächtigen Wladimir Putin eine Demütigung beschert – und das auch noch mithilfe von Journalisten. Was ist passiert?

Im April 2016 präsentierten über hundert Medien weltweit, darunter der «Tages-Anzeiger», die Panama Papers, das bisher grösste Datenleck. Es ging um Berge von Verträgen, E-Mails und Dokumenten. Alles war kompliziert und ominös – aber ein Bild blieb hängen: ein Familienfoto des jungen Putin mit seinem besten Freund, dem Cellisten Sergei Roldugin.

Die Panama Papers zeigten, dass Putins Freund über zwei Offshorefirmen Teile der russischen Rüstungs- und Medienindustrie kontrollierte. Konten mit mehreren Millionen Franken lagen bei der Gazprom-Bank in Zürich, in der die Familie von Putins Schwiegersohn eine entscheidende Rolle spielt.

Fünf Tage nach der Veröffentlichung der Panama Papers lobte Finma-Chef Marc Branson die Journalisten für ihre Arbeit und versprach, durchzugreifen. Der Kreml zeigte sich unbeeindruckt. Putins Sprecher verhöhnte die Journalisten. Im Konzert mit rechten Medien – auch in der Schweiz – hiess es: Das seien alles nur windige Verdächtigungen. Solche Lecks brächten nichts.

Vernichtendes Urteil

Zwei Jahre hat die Finma seither ermittelt. Gestern verschickte sie eine trockene Medien­mitteilung mit dem Titel «Finma schliesst Panama-Papers-Verfahren ab». Das Urteil der Behörde über die Gazprom-Bank ist vernichtend: schwere Mängel im Geldwäschereidispositiv, schwere Verstösse gegen das Geldwäscherei­gesetz während über zehn Jahren. Die Bank darf keine Privatkunden mehr aufnehmen. Sie erhält sogar einen Aufseher von der Finma.

Damit verschickt die Finma eine doppelte Botschaft. Erstens: Investigative Recherche lohnt sich. Fast ein Drittel der Missstände im Finanz­bereich werden von Journalisten aufgedeckt. Nirgends ist das deutlicher geworden als bei den Panama Papers. Die zweite Botschaft geht an den Kreml und an Putins Entourage, die die Gazprom Geschäfte steuerte: Ihr könnt in der Schweiz nicht machen, was ihr wollt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.02.2018, 11:10 Uhr

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