Klima-Streikende wollen die Schweiz stilllegen

Die Klima-Jugend will einen Schritt weitergehen und plant den bisher grössten Streik – mithilfe der Gewerkschaften.

Solche Bilder sollen erst der Anfang sein: Klimademo im April 2019 in Zürich.

Solche Bilder sollen erst der Anfang sein: Klimademo im April 2019 in Zürich.

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Am 20. August 2018 schwänzte die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg erstmals die Schule, um auf die Klima-Krise aufmerksam zu machen. Etwas mehr als ein Jahr später steht fest: Der Klimastreik soll auf die nächste Ebene gebracht werden. Laut «Blick» planen die Jugendlichen in der Schweiz den bisher grössten Streik. Dieser soll am 15. Mai 2020 stattfinden.

Die erste Planungssitzung für die Durchführung dieses Streiks findet heute statt. Es kommen Jugendliche aus Zürich, Bern und Lausanne zusammen und beraten, wie sie die Arbeitnehmervertreter für sich gewinnen können. «Es soll der grösste Klimastreik der Schweiz bisher werden», sagt Dominik Waser von Klimastreik Zürich. Das Ziel sei es, möglichst viele Menschen auf die Strasse zu bringen.

«Wir wollen auch andere Gesellschaftsschichten erreichen als jene, die bisher gestreikt haben. Auch die arbeitende Bevölkerung soll abgeholt werden. Dafür brauchen wir die Gewerkschaften», so Waser. Dies bedeute aber nicht, dass der Klimastreik nun politisiert werde. «Wir wollen nach wie vor parteiübergreifend sein und jeden ansprechen.»

Die Gewerkschaften sind allerdings noch unentschlossen. Ein Streik birgt nämlich immer auch das Risiko, den Unmut in der Bevölkerung zu schüren, anstatt auf das Thema des Streiks aufmerksam zu machen.

Offizielle Anfrage steht noch aus

Dore Heim vom Gewerkschaftsbund bestätigt gegenüber dem «Blick», dass Gespräche mit den Klimastreikenden im Gange sind. Eine offizielle Anfrage stehe aber noch aus und werde in den nächsten Tagen erwartet. Ein definitiver Entscheid werde aber nicht vor Mitte November gefällt.

Grundsätzlich steht Heim dem Streik offen gegenüber. Allerdings stellt die Tatsache, dass die Gewerkschaften bereits im Sommer den Frauenstreik organisiert haben, ein Problem dar. So droht nun nämlich die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrags, sollte es erneut zum Streik kommen.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version, basierend auf der Artikelquelle, war fälschlicherweise noch die Rede von einem geplanten Generalstreik, nicht von einem Grossstreik. (red)

Erstellt: 05.10.2019, 10:14 Uhr

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