Köppel unterlag Rickli

Roger Köppel hat bei den Nationalratswahlen 2015 mehr Stimmen als seine Parteikollegin Natalie Rickli erreicht – nicht so bei den Wählern. Und ein Anderer wurde besonders häufig gestrichen.

Natalie Rickli (l.) erreichte mehr Wähler als Roger Köppel: Die Topkandidatin und der Neukandidat an einer Wahlveranstaltung in Zürich. (30. Juli 2015)

Natalie Rickli (l.) erreichte mehr Wähler als Roger Köppel: Die Topkandidatin und der Neukandidat an einer Wahlveranstaltung in Zürich. (30. Juli 2015) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Im Oktober 2015 holte der «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel (SVP) im Kanton Zürich als Quereinsteiger die meisten Stimmen. Hinter ihm folgten Natalie Rickli (SVP) und Gregor Rutz (SVP). Eine Wahlanalyse zeigt nun, dass Köppel zwar mehr Stimmen als seine Partei-Kollegin und Natalie Rickli, erreicht hatte, nicht aber mehr Wähler, schreibt die «NZZ».

Verantwortlich für die Studie ist Peter Moser. Der Chefanalytiker des Statistischen Amtes des Kanton Zürich wertete die Daten zu den veränderten Wahlzetteln aus und konnte so belegen, welcher Kandidat wie oft gestrichen, kumuliert oder panaschiert wurde. Demnach wurde Köppel von den SVP-Wählern oft kumuliert, sein Name tauchte aber nur auf 133‘000 Wahlzetteln auf. Bei der Spitzenkandidatin waren es 137‘000 Wahlzettel.

Mörgeli, der Streichkandidat

Gemäss «NZZ» seien für Erfolg und Misserfolg der SVP-Kandidaten vorwiegend die eigenen Leute verantwortlich. Die SVP gäbe wenige Stimmen an andere Parteien ab, erhalte aber auch wenige von andern. In der Analyse kommt auch zum Ausdruck, dass die SVP-Wähler mit der eigenen Liste «nicht zimperlich» umgegangen seien – wie im Fall von Christoph Mörgeli.

Der abgewählte SVP-Nationalrat wurde etwa auf jeder sechsten Liste gestrichen. Er scheiterte ebenso klar an den eigenen Leuten wie seine Kollegen Hans Fehr und Ernst Schibli.

Rund die Hälfte der Wahllisten blieb gemäss der Studie unverändert. Von den veränderten wiederum gab es bei 38 Prozent keinen Austausch mit andern Listen. Damit gaben rund zwei Drittel der Wähler nur einer einzigen Partei ihre Stimmen. Beim Panaschieren hätten Bisherige und an der Listenspitze Kandidierende einen klaren Bonus gehabt. (nag)

Erstellt: 28.05.2016, 17:29 Uhr

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