Köppel zieht Schawinski vor Gericht

Überraschend setzte Radio 1 das Talk-Duell «Roger gegen Roger» ab. Nun wurde bekannt, dass der «Weltwoche»-Chef den Radio-Pionier als Zeugen vorladen will.

Treffen sie sich vor Gericht wieder? Roger Schawinski (links) und Roger Köppel.

Treffen sie sich vor Gericht wieder? Roger Schawinski (links) und Roger Köppel. Bild: www.radio1.ch

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Die Überraschung war gross letzte Woche, als Roger Schawinski das Talk-Duell «Roger gegen Roger» auf Radio 1 mit Roger Köppel abrupt beendete. Jetzt zeigen Recherchen die Hintergründe der Eskalation: Schawinski hat kürzlich erfahren, dass ihn Köppel bei einem Gerichtsfall als Zeugen vorladen will.

Hintergrund ist der Fall Sarasin: Im letzten Oktober warf Köppels «Weltwoche» dem Zürcher Geschichtsprofessor Philipp Sarasin vor, dass er als Mitglied der Berufungskommission seine Liebesbeziehung mit der Kandidatin Svenja Goltermann verschwiegen und dieser den ersten Listenplatz verschafft habe. Sarasin hat die Vorwürfe stets bestritten: Das Liebesverhältnis gehe auf den Sommer 2013 zurück, das Berufungsverfahren sei jedoch bereits 2010 abgeschlossen gewesen.

Strafanzeige gegen «Weltwoche»

Sarasin und Goltermann reagierten mit einer Strafanzeige gegen den Autor des Artikels wegen Ehrverletzung und einer Zivilklage gegen den Verlag und den Autor wegen Persönlichkeitsverletzung. Die Verfahren sind pendent, es drohen Bussen und hohe Verfahrenskosten. Die «Weltwoche» steht unter Druck, vor Gericht die Vorwürfe belegen zu können, ohne dabei den journalistischen Quellenschutz zu verletzen. Helfen soll ihr dabei ausgerechnet Roger Schawinski, der mit Philipp Sarasin befreundet ist und mit ihm schon gemeinsam die Ferien verbrachte.

Denn Schawinski, so berichten mehrere Quellen, soll Köppel nach der Publikation des besagten Artikels in einem Gespräch am Rande einer Sendung verraten haben, es sei allseits bekannt, dass Sarasin und Goltermann bereits vor der Berufung eine Affäre gehabt hätten. Nun will Köppel Schawinski aufgrund eines beim Gericht eingereichten Gesprächsprotokolls für den anstehenden Prozess als Zeugen aufbieten, damit er als enger Freund von Sarasin die Affäre belegt und damit die «Weltwoche» entlastet. Zwei Wochen nach der Anrufung des Gerichts stellte Schawinski die Sendung «Roger gegen Roger» ein.

Schawinski bestreitet

Roger Schawinski bestreitet, eine entsprechende Aussage betreffend Sarasin gemacht zu haben. «Köppel unterstellt mir die angebliche Weitergabe von Gerüchten, um so seine Haut zu retten. Das ist mehr als durchsichtig und unterstreicht die miserable Quellenlage für seine Kampagne gegen Philipp Sarasin und Svenja Goltermann.»

Zudem habe «das beispiellose Vorgehen von Roger Köppel nichts mit den öffentlich formulierten Argumenten für die Einstellung von ‹Roger gegen Roger› zu tun». Roger Köppel wollte auf Anfrage weder zum Fall Sarasin noch zum Streit mit Schawinski einen Kommentar abgeben, er äussere sich im Wahlkampf nur zu «Sachthemen».

Erstellt: 13.09.2015, 07:17 Uhr

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