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Konservativ statt nationalkonservativ

Der neue NZZ-Chefredaktor Eric Gujer ist eine richtige und folgerichtige Wahl.

MeinungRes Strehle

Die NZZ hat wieder einen Chefredaktor und bei der Ernennung nun wie erwartet auf eine interne Lösung gesetzt. Sie wird mit dem aktuellen Auslandchef Eric Gujer (52) künftig einen in der Branche geschätzten Kollegen an der Spitze haben – einen guten Schreiber und zugleich klugen Analytiker. Gujer passt als politisch konservativer Vordenker zum Medium, gleichzeitig wird er die NZZ nicht wie der in dieser Rolle im vergangenen Dezember designierte BaZ-Chefredaktor Markus Somm die Redaktion einer Zerreissprobe über die Frage des Nationalkonservatismus aussetzen.

Gujer ist Garant dafür, dass mindestens zwei der NZZ-Stärken, jene in der Ausland- und Wirtschaftsberichterstattung, weiter gepflegt werden. Und er wird vermutlich auch die politische Position der NZZ mitte-rechts stärken. Seine jüngsten Kommentare und Leitartikel zu den grossen Themen «Charlie Hebdo» (mehr Sicherheit gegen die terroristische Bedrohung), Ukraine (Waffenlieferung an die ukrainische Armee sind kein Tabu) und Europa (die USA ist Garantin der europäischen Friedensordnung) deuten jedenfalls in diese Richtung. Beim Posten in Israel hat Gujer mit der Besetzung durch den ehemaligen Berlin-Korrespondenten Ulrich Schmid, einen ebenso guten wie konservativen Schreiber, als Nachfolger von Monika Bolliger, schon ein Zeichen gesetzt: Man ist seither Israels Politik an der Falkenstrasse deutlich freundlicher gesinnt – was in der Vergangenheit selten so war und oft auch zu Protesten führte.

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