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Kosmetikindustrie darf nicht mehr übertreiben

Aussagen wie «Mildert Falten» oder «Für sichtbar jüngeres Aussehen» sind für Cremen künftig nur noch erlaubt, wenn sie auch stimmen.

Bislang gilt der Täuschungsschutz nicht: Frau wird geschminkt. (Archivbild)
Bislang gilt der Täuschungsschutz nicht: Frau wird geschminkt. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone

Ein Wunder, dass es überhaupt noch Menschen mit Runzeln im Gesicht gibt: Die unschönen Furchen liessen sich doch problemlos mit einer Creme beseitigen. Das behauptet zumindest die Kosmetikindustrie.

Sie bewirbt ihre Produkte mit Aussagen wie «Mildert Falten» oder «Für sichtbar jüngeres Aussehen»; mitunter ist auch von einem «Durchbruch in der Anti-Aging-Pflege» die Rede, oder es wird gar ein «Lifting-Effekt» versprochen. Mit der tatsächlichen Wirkung ist es indes nicht weit her.

Für Expertinnen wie Laurence Imhof, Leiterin der Sprechstunde für ästhetische Dermatologie am Universitätsspital Zürich, ist klar, dass die vollmundigen Versprechungen «nicht realistisch» sind, wie sie gegenüber der «Sonntagszeitung» sagt. Trotzdem dürfen Kosmetikprodukte in der Schweiz auf diese Weise beworben werden. Das soll sich jetzt ändern.

Schweiz übernimmt EU-Kriterien

Mit der Revision der Verordnungen des Lebensmittelrechts, die 2016 in Kraft treten wird, übernimmt die Schweiz die sechs in der EU definierten «allgemeinen Kriterien für Werbeaussagen für kosmetische Mittel»: Einhaltung von Rechtsvorschriften, Wahrheitstreue, Belegbarkeit, Redlichkeit, Lauterkeit, fundierte Entscheidungsfindung.

Bisher galt in der Schweiz für Kosmetika der sogenannte Täuschungsschutz nicht. Unzulässig war bei diesen Produkten eine Täuschung erst, wenn sie die Gesundheit schädigen konnten, zum Beispiel, wenn eine Sonnencreme nicht den angegebenen Schutzfaktor aufwies. «Wir hatten bis jetzt keinen Handlungsspielraum», sagt Eva van Beek vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), bei dem die Kosmetik angesiedelt ist, zur «Sonntagszeitung».

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