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Krankenkasse zwingt Patientin zu doppelt so teurer Therapie

Eine Hepatitis-C-Behandlung kostet 100'000 statt 50'000 Franken, weil sich die Kassen stur ans Gesetz halten.

Bis 1992 gab es in der Schweiz Hepatitis-C-Infektionen per Bluttransfusion. Foto: Keystone
Bis 1992 gab es in der Schweiz Hepatitis-C-Infektionen per Bluttransfusion. Foto: Keystone

Claudia F.* leidet an Hepatitis C, einer durch ein Virus verursachten chronischen Leberentzündung. Angesteckt wurde sie in den 80er-Jahren über eine Bluttransfusion. Mittlerweile ist die Leberschädigung bei der 52-Jährigen so weit fortgeschritten, dass die Krankenversicherung eine medikamentöse Behandlung bezahlt. Ihre Leber weist einen Fibrosegrad 2 auf. Dennoch bekommt Claudia F. nicht jene Therapie, die ihre Ärzte empfehlen. Denn das hochwirksame Medikament Harvoni des US-Herstellers Gilead ist in der Schweiz nur für den Genotyp 1 des Hepatitis-C-Virus zugelassen. Claudia F. trägt den selteneren Genotyp 4, von dem rund 10 Prozent der bis zu 80'000 Infizierten in der Schweiz betroffen sind. Anders als die Arzneimittelbehörden der EU und der USA hat Swissmedic Harvoni für ­Genotyp 4 nicht zugelassen, obwohl das Medikament auch dagegen wirkt. Und weil die Zulassung von Swissmedic fehlt, ist Harvoni für Genotyp 4 auch nicht kassenpflichtig. In den USA und der EU können Patienten mit Genotyp 4 dagegen mit Harvoni behandelt werden.

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