Krebs wegen Brustimplantat

Weltweit haben weit über 600 Frauen die Diagnose Krebs erhalten. Als Ursache gelten Brustimplantate. Auch in der Schweiz gibt es Betroffene.

Brustimplantate galten einst als unbedenklich, nun wird diskutiert, ob der Gebrauch eingeschränkt werden soll. (Symbolbild)

Brustimplantate galten einst als unbedenklich, nun wird diskutiert, ob der Gebrauch eingeschränkt werden soll. (Symbolbild) Bild: Donna McWilliam/Keystone

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In der Schweiz sind Frauen wegen Brustimplantaten an Krebs erkrankt. Der Aufsichtsbehörde Swissmedic sind vier Schweizer Patientinnen bekannt, die Fachgesellschaft Swiss Plastic Surgery spricht von fünf Fällen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Gesundheitsbehörden haben weltweit 660 Krebsfälle von Frauen festgestellt, deren Erkrankung auf Brustimplantate zurückzuführen ist. Neun Frauen sind an Tumoren gestorben, die Lymphknoten, Lunge oder Leber befallen haben. Pro Jahr lassen sich rund 1,5 Millionen Frauen die Brüste operieren.

Gebrauch einschränken?

Jahrzehntelang galten Brustimplantate als unbedenklich. «Es deutet vieles darauf hin, dass es für Brustimplantat-Trägerinnen ein erhöhtes Risiko gibt. Den genauen Zusammenhang kennen wir aber noch nicht», wird Ulrike Meyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Swissmedic, in der Zeitung zitiert.

Die Behörden diskutieren dem Bericht zufolge nun darüber, den Gebrauch der Kissen einzuschränken. Die EU setzte eine internationale Arbeitsgruppe zur Untersuchung der Fälle ein. Bei deren Treffen nimmt die Schweiz als Beisitzerin teil. Frankreich hat Ende 2018 ein häufig eingesetztes Kissen eines führenden Herstellers europaweit vom Markt genommen.

(roy/SDA)

Erstellt: 17.02.2019, 09:50 Uhr

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