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Kriminaltouristen rücken mit schwerem Geschütz vor

Überfälle mit Sturmgewehren und Panzerfäusten: Die Grenzwacht beobachtet eine wachsende Skrupellosigkeit bei Kriminaltouristen. Moderne Technik soll die Polizisten bei ihrer Arbeit unterstützen.

Ziele sind vor allem Banken, Bijouterien und Uhrenfabriken: Kapo Tessin präsentiert einen Waffenfund im Jahr 2010.
Ziele sind vor allem Banken, Bijouterien und Uhrenfabriken: Kapo Tessin präsentiert einen Waffenfund im Jahr 2010.
Keystone

Jürg Noth, Chef des Schweizerischen Grenzwachtkorps, beobachtet bei der grenzüberschreitenden Kriminalität immer mehr Gewalt und Rücksichtslosigkeit. Um dagegen anzukommen, muss die Grenzwacht aufrüsten.

Die schweren Raubüberfälle auf Banken, Bijouterien und Uhrenfabriken hätten zugenommen, konstatiert Noth im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Betroffen sei vor allem der Grossraum Genf, Waadt, Neuenburg und Jura.

Meist mit nordafrikanischem Hintergrund

Die Täter seien meist Franzosen mit nordafrikanischem Migrationshintergrund. Die Banden seien lose organisiert, hätten immer andere Chefs und teilten sich die Arbeit auf. «Was gleich bleibt: Die Täter gehen immer gewalttätiger und rücksichtsloser vor.» Sie seien mit Sturmgewehren, Maschinenpistolen und sogar Panzerfäusten bewaffnet und setzten diese auch ein.

Wegen der zunehmenden Kriminalität würden in der Westschweiz und im Tessin zusätzliches Personal eingesetzt. «Das heisst aber, dass wir auf anderen Grenzabschnitten in der Schweiz weniger Personal einsetzen können und deshalb Mut zur Lücke zeigen», sagte Noth.

Moderne Gegenwehr

Zudem müsse das Personal besser ausgerüstet werden. Neben neuen Schutzwesten würden derzeit neue Strassensperren mit Netzen beschafft. Damit könnten Fahrzeuge «wirksam gestoppt» werden. Weiter würden an Grenzübergängen zusätzliche Videokameras installiert. Auch die neuen Drohnen, welche das Verteidigungsministerium beschaffen werde, würden künftig eingesetzt werden (Redaktion Tamedia berichtete).

Neben den Raubüberfällen nehme aber auch das Skimming zu. «Gegenwärtig greifen wir mindestens einmal pro Woche eine Skimming-Bande auf.»

Auch das traditionelle Grenz-Delikt - der Schmuggel - geniesst Aufwind. Der Hot-Spot liege derzeit an der Nord- und Ostgrenze der Schweiz. Hier würde vor allem der Klein-Schmuggel beobachtet, der womöglich mit dem klassischen Einkaufstourismus zu tun habe.

SDA/mrs

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