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Militärs gründen Gegenkomitee zur Offiziersgesellschaft

Die Nein-Parole zum Waffenrecht provoziert Widerstand im Offizierskorps.

«Kein Kampf gegen die SOG, aber für ein vernünftiges Waffenrecht»: Kritische Militärs gründen das Offizierskomitee «Ja zu Schengen». (Archivbild) Bild: Urs Flueeler/Keystone
«Kein Kampf gegen die SOG, aber für ein vernünftiges Waffenrecht»: Kritische Militärs gründen das Offizierskomitee «Ja zu Schengen». (Archivbild) Bild: Urs Flueeler/Keystone

Die überraschende Nein-Parole der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) zum neuen Waffenrecht löst grosses Aufsehen aus – und provoziert jetzt im Offizierskorps Widerstand. «Nicht meine Offiziersgesellschaft! Als Offizier sage ich überzeugt Ja zum neuen Waffenrecht», schrieb der Glarner Oberleutnant Pascal Vuichard auf Twitter.

Vuichard, Vizepräsident der GLP Schweiz, ist nun dabei, ein Offizierskomitee «Ja zu Schengen» auf die Beine zu stellen, das sich für das neue Waffenrecht engagieren soll. Offiziere sollten nur schon aus Sicherheitsüberlegungen für ein Ja am 19. Mai eintreten, sagt Vuichard. Dank der neuen EU-Waffenrichtlinie sei die Herkunft von Waffen künftig leichter zurückzuverfolgen. Zudem nehme die Richtlinie «sehr stark auf die Begebenheiten der Schweiz Rücksicht». So dürfe jeder Wehrmann sein Sturmgewehr weiterhin mit nach Hause nehmen. Auch die Schützentradition sei nicht gefährdet.

Bereits haben weitere Milizoffiziere ihr Mitmachen zugesichert, so der frühere Luzerner GLP-Nationalrat Roland Fischer und der Basler Major Rudolf Mohler. Er könne nicht verstehen, dass die SOG das Waffenrecht sogar einstimmig ablehne, sagt Mohler. «Das Gesetz betrifft weder die Armee noch die Offiziere, es gefährdet aber für die Schweiz wichtige internationale Abkommen.» Laut Vuichard ist das Komitee offen für weitere Offiziere unabhängig ihres parteipolitischen Hintergrunds.

Tatsächlich sind auch Offiziere aus anderen Parteien dabei, sich zu organisieren. «Ich kämpfe nicht gegen die SOG, aber für ein vernünftiges Waffenrecht», sagt der Aargauer Jürg Willi, Oberleutnant und Mitglied der FDP. Der Bundesrat habe bei der Übernahme der EU-Waffenrichtlinie gut verhandelt und das Optimum für die Schweiz herausgeholt. «Als Offizier der Armee muss man Sicherheit ganzheitlich verstehen», gibt sich Willi überzeugt. Es sei daher «nicht verständlich, wie man durch die Ablehnung des Waffenrechts etwa die Teilnahme der Schweiz am Schengener Informationssystem SIS aufs Spiel setzen kann».

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