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Leuenberger-Nachfolge: «Ich melde mich Ende August wieder»

Wer wird den Sitz von Bundesrat Moritz Leuenberger beerben? In der Sommerhitze dreht sich das Kandidatenkarussell nur träge. In Bern, Zürich und Basel werden die Weichen erst in ein paar Wochen gestellt.

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Das Feld valabler Kandidatinnen und Kandidaten für seine Nachfolge ist breit: Moritz Leuenberger im Zug.
Das Feld valabler Kandidatinnen und Kandidaten für seine Nachfolge ist breit: Moritz Leuenberger im Zug.
Keystone

Die Papabili sind zur Zeit auf Tauchstation. «Ich melde mich in der zweiten Hälfte August wieder!», schreibt die als Kandidatin heiss gehandelte Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr auf ihrer Homepage. Auch die Berner Favoritin Simonetta Sommaruga hat sich die Sommerpause als Bedenkzeit ausbedungen.

Ihre Ständeratskollegin Anita Fetz, Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer und die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog halten sich ebenso bedeckt wie die anderen möglichen Leuenberger-Nachfolger. Sie alle wissen, dass sie mit einer allzu früh angemeldeten Kandidatur ihre Wahlchancen aufs Spiel setzen.

Bern entscheidet am 1. September

Hinzu kommt, dass das Feld valabler Kandidatinnen und Kandidaten breit ist: Auch die Kantonalsektionen haben keinerlei Interessen, ihre besten Pferde zu verheizen. Überlegen, sondieren, abwarten ist angesagt. Bis in den Kantonen definitive Entscheide fallen, werden noch Wochen vergehen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur SDA ergeben hat.

In Zürich laufen die Drähte zwar heiss. Derzeit fänden Gespräche statt zwischen der Parteileitung und möglichen Kandidatinnen und Kandidaten, sagte SP-Präsident Stefan Feldmann auf Anfrage. Über eine Kandidatur entscheiden würden die Delegierten voraussichtlich aber nicht vor Oktober.

Es ist noch alles offen

Schon am 1. September will dagegen die SP des Kantons Bern eine Kandidatin oder einen Kandidaten küren. Favoritin ist Konsumentenschützerin Sommaruga. Will sie ins Rennen steigen, muss sie ihr Interesse bis am 10. August bei der Kantonalpartei anmelden.

In Basel-Stadt müssen sich Fetz und Herzog bis Ende Juli entscheiden. Laut Parteipräsident Martin Lüchinger wird dann das Vorgehen mit der Geschäftsleitung abgesprochen. Die nächsten Delegiertenversammlungen sind auf 31. August und 23. September angesetzt. Im Kanton Basel-Landschaft ist noch alles offen.

Diskussion auf Eis

Im Aargau soll die Parteibasis zwar schon Mitte August einen Grundsatzentscheid fällen. Die Kantonalsektion muss sich fragen, ob neben Bundespräsidentin Doris Leuthard eine zweite Vertretung in der Landesregierung überhaupt opportun wäre, wie Präsident Marco Hardmeier sagte. Über eine Kandidatur würde die Geschäftsleitung dann aber «relativ spät» entscheiden.

St. Gallen hat nach Auskunft von SP-Präsidentin Claudia Friedl mehrere «bundesratsfähige» Persönlichkeiten, so etwa Nationalrätin Hildegard Fässler oder die Regierungsrätinnen Kathrin Hilber und Heidi Hanselmann. Kandidaturen gebe es bisher aber nicht. Die Geschäftsleitung werde sich erst nach den Sommerferien mit dem Thema befassen.

Auf Eis liegt das Thema Leuenberger-Nachfolge auch in Schwyz, Uri, Obwalden, Nidwalden, Zug, Schaffhausen, Solothurn und Graubünden, wie die SDA-Umfrage ergab. Keine Kandidaturen zu erwarten sind aus Glarus, Luzern, Thurgau und beiden Appenzell.

Auch eine Kandidatur aus der lateinischen Schweiz steht nicht im Vordergrund: Die SP-Parteileitung hat bereits klar gemacht, dass der Leuenberger-Ersatz aus der Deutschschweiz kommen sollte.

(SDA)

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