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Libysche Rebellen schiessen mit Schweizer Munition

In ihrem Kampf gegen Diktator Ghadhafi schiessen die libyschen Aufständischen auch mit Munition aus dem Hause Ruag. Dies enthüllt die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens.

Dürfte dort eigentlich nicht sein: Kiste mit Schweizer Munition an der Front in Westlibyen.
Dürfte dort eigentlich nicht sein: Kiste mit Schweizer Munition an der Front in Westlibyen.
SF/«Rundschau»

Die Nato-taugliche Gewehrmunition M80 wurde in den Werken der Rüstungsfirma Ruag Ammotec in Thun hergestellt. Als Exporteur fungierte die bis anhin weitgehend unbekannte Firma FGS Frex AG aus dem zugerischen Oberägeri. Dies berichtet die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens in ihrer Sendung von gestern Abend.

Demnach zeigt die Beschriftung der in Libyen vorgefundenen Munitionskisten, dass die Patronen zunächst offiziell nach Katar exportiert wurden. Von dort sollen sie unter bislang ungeklärten Umständen in den Krisenstaat gelangt sein. Die Ausfuhr nach Katar war von den Schweizer Behörden bewilligt worden, so das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gegenüber der Rundschau.

Allerdings hatte sich das Land dazu verpflichtet, die Munition nicht weiterzugeben. Diese Nichtwiederausfuhr-Erklärung wurde offenbar nicht eingehalten. Katar ist das einzige Land in der Anti-Ghadhafi-Allianz, das sich offen für die Bewaffnung der Rebellen ausspricht.

Die Export-Firma FGS Frex AG bestätigt gegenüber der Rundschau das Waffengeschäft. Er habe die Ruag in Katar eingeführt, so Geschäftsführer Wolfhart Fritze: «Die Kataris wollten es über uns machen, weil sie mich kannten und die Ruag in Katar noch relativ unbekannt war.» Im Verwaltungsrat der Firma sitzen Fritze und seine Ehefrau.

Der mögliche Verstoss gegen die Nichtwiederausfuhr-Erklärung durch Katar wird nun von den Schweizer Behörden untersucht. Bis der Sachverhalt geklärt sei, so das zuständige Seco, würden keine neuen Kriegsmaterial-Exporte nach Katar bewilligt. Katar hat gemäss der offiziellen Schweizer Statistik 2009 Munition im Gesamtwert von 1,85 Millionen Franken gekauft. Über die exakten Details der Ruag-Lieferung nach Katar schweigen sich die beteiligten Firmen und Behörden aus.

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