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Linke Angst vor der Überfremdung

Das diesjährige Angstbarometer fördert mitunter Erstaunliches zutage: Linke und Mitte-Sympathisanten fürchten sich vermehrt vor Ausländern. Abgenommen haben dagegen trotz Krise die wirtschaftlichen Ängste.

rbi/mw

Jedes Jahr fragt das Marktforschungsinstitut Gfs Zürich rund 1000 Schweizerinnen und Schweizer, wodurch sie sich am meisten bedroht fühlen. Zugelegt hat vom letzten auf dieses Jahr die Angst vor Ausländern und Flüchtlingen. Am meisten fürchten sich Schweizerinnen und Schweizer aber nicht vor Ausländern und Flüchtlingen, sondern vor der Umweltzerstörung und vor körperlichen Beeinträchtigungen.

Für die zunehmende Furcht vor Fremden sind gemäss der nun veröffentlichten Studie nicht in erster Linie SVP-Sympathisanten verantwortlich. Diese haben zwar nach wie vor am meisten Angst vor Ausländern, der Wert stagniert aber praktisch. Zugenommen hat die Furcht aber vor allem bei den im Durchschnitt immer noch wenig besorgten SP-Sympathisanten. Auch bei Befürwortern der FDP und bei jenen der CVP stellte das Marktforschungsinstitut mehr Angst vor Ausländern fest.

Angst vor Atomverseuchung nimmt ab

Die Ursache könnte gemäss Gfs darin liegen, dass diese Parteien im laufenden Jahr eine restriktivere Position bei Ausländerthemen einnahmen. Besonders stark angestiegen ist die Angst vor Überfremdung bei den 18- bis 39-Jährigen und bei der Landbevölkerung.

Die Angst vor einer Atomverseuchung, die im Jahr 2011 wegen Fukushima in die Höhe geschnellt war, hat in diesem Jahr wieder stark abgenommen. Die Atomkatastrophe in Japan hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass in allen Regionen der Schweiz und in allen Altersgruppen die Angst vor einer Atomverseuchung anstieg. Gemäss einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Gfs Zürich, die heute veröffentlicht wurde, ist diese Angst mittlerweile wieder fast auf den Wert vor Fukushima zurückgegangen. Eine Ausnahme bildet die Westschweiz, in der viele auch im 2012 noch angaben, sich vor einer Verseuchung durch Radioaktivität zu fürchten.

Deutlich weniger wirtschaftliche Ängste

Stark abgenommen haben dafür die wirtschaftlichen Ängste, etwa die Angst vor Inflation, die Angst vor einer wirtschaftlichen Notlage im Alter und die Angst vor einer Rezession. Europa scheint für die meisten Schweizerinnen und Schweizer offenbar weit weg zu sein.

Insgesamt gesehen sind die Schweizer kein verängstigtes Volk, wie Gfs festhält. Die so genannte «Gesamtbeunruhigung» hat im laufenden Jahr leicht abgenommen und liegt heute wieder auf dem gleich tiefen Niveau wie in den Jahren 2008 bis 2010.

Das Angstbarometer wird seit 1978 erstellt. Für die aktuelle Studie befragte Gfs Zürich in einer repräsentativen Telefonumfrage 1010 Deutsch- und Westschweizer.

(SDA)

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