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Lokführer landen einen Erfolg gegen die SBB

Die SBB haben ihre Lokführer während Jahren zu lange arbeiten lassen. Ein Schiedsgericht hat nun den SBB-Lokführern recht gegeben. Überstunden müssen künftig entlöhnt werden.

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75 Überstunden pro Jahr dürfen künftig nicht mehr überschritten werden: Ein Lokführer unterwegs nach Bellinzona (Archiv).
75 Überstunden pro Jahr dürfen künftig nicht mehr überschritten werden: Ein Lokführer unterwegs nach Bellinzona (Archiv).

Die SBB-Lokführer müssen seit Jahren zu viel arbeiten. Dies hat das paritätische Schiedsgericht SBB GAV festgestellt und entschieden, dass die über die Grenzwerte hinaus geleistete Mehrarbeit künftig als Überzeit entlöhnt werden muss.

Der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF) und die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) riefen das Schiedsgericht 2009 an, nachdem Einigungsgespräche mit den SBB zu keiner Einigung geführt hatten. Die SBB machten Personalmangel geltend und erklärten sich nicht bereit, Zeitguthaben, die über die im GAV vorgesehene Grenze hinausgingen, als Überzeit anzuerkennen.

Seit Jahren zu viel Arbeit

Das Schiedsgericht hat gemäss VSLF-Angaben vom Mittwoch nun festgestellt, dass dem Lokomotivpersonal seit Jahren zu viel Arbeit aufgebürdet wurde. Die SBB hätten keine besonderen Anstrengungen unternommen, um die Arbeitszeit im vorgesehenen Rahmen zu halten und die notwendige Erholungszeit zu garantieren.

Die Lokomotivführer seien künftig trotzdem bereit, den Mehrverkehr der SBB zu fahren. Sie fordern aber, dass die Anstellung von Lokomotivführer-Anwärtern erhöht und die Ausbildungszeit verlängert wird, um die Sicherheit im Bahnbetrieb zu gewährleisten. Im VSLF sind rund 1100 Lokomotivführer bei der SBB organisiert.

SBB-Lokführer haben eine 41-Stunden-Woche bzw. eine Jahresarbeitszeit von 2050 Stunden. Dieser Wert darf Ende Jahr nicht um mehr als 75 Stunden überschritten sein.

Keine Verwarnung für SBB

Weil es den SBB gelungen sei, die Zeitguthaben seit Anfang 2009 substanziell abzubauen, habe das Schiedsgericht trotz Verletzung des GAV durch die SBB keine Verwarnung ausgesprochen, teilten die SBB demgegenüber mit. Zudem könnten die SBB dank dem Urteil künftig den Bezug von Freizeit anordnen.

Die SBB haben es auch geschafft, die Zeitguthaben der rund 2400 Lokführer des Personenverkehrs seit Anfang 2009 um mehr als 100'000 Stunden zu reduzieren. Gelinge es trotz der eingeleiteten Massnahmen nicht, die Überstunden bis Ende 2011 abzubauen, könnten die Guthaben im gegenseitigen Einverständnis ausbezahlt werden.

Zudem hätten die SBB in den letzten drei Jahren rund 300 neue Lokführerinnen und Lokführer rekrutiert, hiess es von Seiten der SBB weiter. Die Rekrutierung halte auch 2011 unvermindert an: Weitere 120 angehende Lokführerinnen und Lokführer würden neu angestellt.

(SDA)

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