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Longchamp bleibt trotz Minarett-Ausrutscher

Die SRG wird bis 2015 Umfragen vor Abstimmungen durchführen lassen. Damit beauftragt wurde erneut das Forschungsinstitut gfs.bern – trotz Fehlprognose bei der Anti- Minarett-Initiative.

Das Forschungsinstitut gfs.bern erfülle die Anforderungen des nationalen Fernseh- und Radioveranstalters am besten, teilt die SRG mit. Der Auftrag war von der SRG-Chefredaktorenkonferenz unter Forschungsinstituten in der Schweiz ausgeschrieben worden.

Ein «sorgfältiges Evaluationsverfahren unter den Offerten» ergab gemäss Communiqué, dass das von Claude Longchamp geleitete Institut die Anforderungen an Qualität und Preis sowie die Erfordernisse der SRG-Unternehmenseinheiten am besten erfülle.

Künftig mehr Interviews

Das Institut wird erstmals vor der eidgenössischen Abstimmung vom 11. März 2012 wieder Trendbefragungen im Auftrag der SRG erstellen. Um die Transparenz in der italienisch- und französischsprachigen Schweiz zu verbessern, führt gfs.bern in den beiden Sprachregionen künftig mehr Interviews durch.

Zudem werden künftig die Rohdaten der Befragungen vollständig den mit der VOX-Nachbefragung und Analyse betrauten Lehrstühlen der Universitäten Bern, Genf und Zürich zur Verfügung gestellt. Die VOX-Nachbefragungen erfolgen im Auftrag der Bundeskanzlei und werden jeweils abwechslungsweise von den drei Universitäten ausgewertet und publiziert.

Anfangs 2010 hatte die SRG die Publikation von Umfrageergebnissen von gfs.bern vorübergehend eingestellt. Grund war eine Fehlprognose vor der eidgenössischen Abstimmung über das Minarett-Verbot. Das Institut gfs.bern hatte eine Nein-Mehrheit von 53 Prozent vorausgesagt, das Stimmvolk hatte die Initiative jedoch mit 57 Prozent angenommen.

«Sozial erwünschtes» Antwortverhalten

Die SRG liess die Fehlprognose untersuchen. Zwei Untersuchungen ergaben, dass die Umfrage zur Anti-Minarett-Initiative zwar nach bestem Wissensstand und Know-how durchgeführt worden war.

Im damals vorherrschenden Meinungsklima hätten Befürworter der Initiative aber ihre Meinung weniger offen geäussert, hätten keine oder falsche Antworten gegeben – Stichwort «sozial erwünschtes» Antwortverhalten.

Schon für die eidgenössische Abstimmung vom 26. September 2010 über die Revision der Arbeitslosenversicherung liess die SRG dann erneut zwei Trendumfragen durch das Institut gfs.bern durchführen und publizieren. Trendumfragen gibt es bei der SRG seit 1998 regelmässig.

SDA/bru

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