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Luzerner Klinik testete Medikamente an Patienten

In der Psychiatrischen Klinik St. Urban wurden in den 1960er Jahren Medikamente an Patienten getestet. Vom Deal mit der Basler Pharmaindustrie waren Hunderte Menschen betroffen.

In der Psychiatrischen Klinik St. Urban im Kanton Luzern sind in den 1950er und -60er Jahren offenbar Patienten mit nicht zugelassenen Medikamenten behandelt worden. Betroffen waren gemäss einem Beitrag der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» über 200 Personen.

Die Arzneimittel seien von der Basler Pharmaindustrie kostenlos zur Verfügung gestellt worden. «Im Gegenzug testeten die Kliniken die Medikamente und lieferten der Pharmaindustrie die Testergebnisse, das war der Deal», erklärt der Medizinhistoriker Urs Germann am Donnerstag in der Sendung.

Der Beitrag von «Schweiz aktuell». (23. November 2017) Video: SRF

Im Fernsehbeitrag war ein Testbericht über das in St. Urban getestete Beruhigungsmittel Taractan von 1962 zu sehen. Teilweise sei es zu Zwangsbehandlungen bekommen, teilweise seien Patienten dazu überredet worden, sagte Germann.

Forschungsteam untersucht Tests

Dass zu jener Zeit in der Psychiatrie Medikamentenversuche an Patienten durchgeführt wurden, ist nichts Neues. Im April war bekannt geworden, dass die Psychiatrische Klinik in Basel zwischen den 1950er- und den -70er-Jahren regelmässig nicht zugelassene Wirkstoffe an Patienten getestet hatte.

Über Medikamentenversuche in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen TG ab den 1950er Jahren wurde 2015 gar eine Studie in Auftrag gegeben. Ein interdisziplinäres Forschungsteam untersuchte dieses dunkle Kapitel der Psychiatrie im Thurgau, von dem über 1600 Patienten betroffen waren.

(SDA)

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