Magdici und Kiko in Italien verhaftet

Um 3 Uhr morgens hat die Polizei zugeschlagen: Die Flucht von «Bonnie und Clyde» ist beendet.

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Die Gefängnisaufseherin Angela Magdici und der von ihr aus dem Gefängnis Limmattal im zürcherischen Dietikon befreite syrische Häftling, Hassan Kiko, sind in Romano di Lombardia verhaftet worden. Die beiden waren seit rund eineinhalb Monaten auf der Flucht gewesen.

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt die Festnahme des Paares. Die beiden sind «gegen 3 Uhr in der Früh in einer Wohnung in Norditalien durch die Carabinieri festgenommen worden», heisst es in der Medienmitteilung. Auch das Fluchtauto wurde sichergestellt. Magdici und Kiko sind nun in Haft. Sie sollen an die Schweiz ausgeliefert werden. Die Staatsanwaltschaft wird ein entsprechendes Gesuch an Italien stellen.

Magdicis Ehemann V.*, von dem Magdici sich wenige Monate vor ihrer Flucht getrennt hatte, scheint erleichtert zu sein, dass die beiden gefunden wurden. «Ich habe vertraut, dass die Polizei ihre Arbeit gut macht», sagt er zu «20Minuten».

Hat das Tischtuch die beiden verraten?

Erst kürzlich haben Magdici und Kiko «20Minuten» eine Videobotschaft zugestellt. Auf der nur wenige Minuten langen Aufnahme sitzen die beiden an einem Tisch mit einer auffällig gemusterten Decke. Hat das Tischtuch sie verraten? «Mehrere Hinweise – darunter auch die Videobotschaft – führten die Ermittler zum Aufenthaltsort», sagt Daniel Schnyder, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Angaben, wie die Verhaftung abgelaufen ist, konnte er nicht machen.

In der Videobotschaft entschuldigte sich Magdici bei ihrer Familie und beteuerte, der 27-Jährige sei «der Mann ihres Lebens». Der geflohene Häftling kritisierte im Video vor allem die Haftbedingungen im Gefängnis Limmattal.

Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen Vergewaltigung

Die beiden waren in der Nacht auf den 9. Februar aus dem Gefängnis geflohen. Die Gefängnisaufseherin hatte den Häftling aus seiner Zelle befreit. Die Kantonspolizei Zürich teilte damals mit, aufgrund erster Ermittlungen könnten sich die beiden Flüchtigen nach Italien begeben haben.

Der Syrer ist wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Das Urteil ist nach Angaben der Direktion der Justiz und des Innern allerdings noch nicht rechtskräftig.

*Name der Redaktion bekannt. (woz/sda)

Erstellt: 25.03.2016, 10:41 Uhr

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