Diese Vorschläge sollen unsere Renten retten

Heute lanciert der Jungfreisinn seine Renteninitiative. Und was fordert die Konkurrenz? Wir listen alle Modelle der Schweizer Politakteure auf.

Die AHV muss reformiert werden. Nur wie? Zwei Senioren gehen über den Sechseläutenplatz in Zürich. <nobr>Foto: Urs Jaudas</nobr>

Die AHV muss reformiert werden. Nur wie? Zwei Senioren gehen über den Sechseläutenplatz in Zürich. Foto: Urs Jaudas

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Klar, die Altersvorsorge muss reformiert werden – aber wie? Während einige den Status quo des Rentenalters fordern, wollen andere für Mann und Frau das Pensionsalter auf 67 erhöhen. Hier ist unsere Übersicht, damit Sie den Überblick nicht verlieren:

Das Rentenalter für alle erhöhen

Jungfreisinnige: 66/66
Auf dem Berner Waisenhausplatz lancieren die jungen Liberalen heute ihre Renteninitiative. Sie wollen das Pensionsalter bis zum Jahr 2032 für Männer und Frauen auf mindestens 66 Jahre erhöhen, um den Geldbedarf der AHV zu verringern. Wenn die Lebenserwartung noch weiter steigt, soll das Rentenalter weiter angehoben werden. Neo-Nationalrat Andri Silberschmidt hofft für die Unterschriftensammlung auf die Unterstützung der FDP sowie der Jungparteien von SVP, CVP und GLP. Die Jungparteien haben sich allerdings Ende September von der Initiative distanziert.

GLP: Gleiches Alter
Die GLP will das Rentenalter angleichen und für beide Geschlechter erhöhen. Auf ein genaues Alter legt sich die Partei nicht fest. Auf jeden Fall soll der Zeitpunkt der Pensionierung flexibilisiert werden.

BDP: 66/66
Die BDP will das Rentenalter an die durchschnittliche Lebenserwartung koppeln. Bei 80 Prozent der Lebenserwartung soll die Pension beginnen. Nimmt man die heutigen Zahlen, läge das Rentenalter bei 66 Jahren.

OECD: 67/67
In ihrem Länderbericht hat sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kürzlich zum Schweizer Rentenalter geäussert. Die Schweiz solle das Pensionsalter der Frauen an jenes der Männer angleichen. Zudem solle das Rentenalter für alle auf 67 erhöht werden.

Junge GLP: 67/67
Wie die OECD fordern auch die jungen Grünliberalen Rentenalter 67. Gleichzeitig will die Jungpartei den Reichen keine AHV-Rente mehr auszahlen. Wo die Vermögensobergrenze liegt, lässt die Junge GLP offen.

Nur das Rentenalter der Frau erhöhen

Bundesrat: 65/65
Der Bundesrat schlägt Rentenalter 65 für Frauen und eine Mehrwertsteuererhöhung vor. Diese Reform soll zusammen mit der vom Volk genehmigten Finanzspritze von 2 Milliarden Franken die AHV-Renten bis 2030 sichern.

FDP: 65/65
Die FDP will das Rentenalter der Frauen an jenes der Männer angleichen. Danach will sie es bis 2030 entpolitisieren und von der finanziellen Lage der AHV oder von der Lebenserwartung abhängig machen.

SVP: 65/65
Vorerst nur das Rentenalter der Frauen an das der Männer angleichen will auch die SVP. Die Männerdiskriminierung sei nicht tragbar. Bundesrat Ueli Maurer forderte auch schon, das Rentenalter für Frauen und Männer um ein Jahr zu erhöhen. Die Partei distanzierte sich jedoch davon.

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CVP: 65/65
Die CVP will das Rentenalter der Frauen schrittweise auf 65 Jahre erhöhen. Beitragslücken, die den Frauen etwa durch eine Mutterschaft entstehen, sollen kompensiert werden. Zudem will die Partei das Rentenalter zwischen 62 und 70 Jahren flexibilisieren.

Arbeitgeberverband: 65/65
Der Arbeitgeberverband will zuerst das Rentenalter der Frauen jenem der Männer angleichen. Um 2025 herum soll dann das Parlament die nächste Reform beschliessen.

Beide Rentenalter so belassen

Gewerkschaften: 64/65
Die Gewerkschaften wollen das heutige Rentenalter beibehalten: 64 Jahre für Frauen, 65 Jahre für Männer. Die Gleichstellung sei in manchen anderen Bereichen auch noch nicht erreicht, etwa bei den Löhnen.

SP: 64/65
Auch die Linken möchten beide Rentenalter beibehalten. Erwerbstätige sollen aber selbst entscheiden können, wann sie zwischen 60 und 70 in den Ruhestand gehen. Um die AHV im Gleichgewicht zu halten, sollen Kapital und Kapitalgewinne stärker besteuert werden.

Juso: 64/65
Die Jungpartei der SP geht einen Schritt weiter. Die Konfliktlinie bei der Altersvorsorge verlaufe nicht zwischen den Generationen, sondern «zwischen Büezern und Bonzen». Nötig sei eine Revision, welche die Beiträge an die Pensionskassen reduziere und die AHV zur Volkspension ausbaue.

Grüne: 64/65
Die Grünen wollen auf Basis des Referenzalters 64/65 einen schrittweisen Übergang in die Rente ermöglichen. Die Partei will nicht nur das Alter, sondern auch die Beitragsjahre und die Arbeitsbelastung sowie die Situation auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigen.

Erstellt: 05.11.2019, 15:02 Uhr

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