Zum Hauptinhalt springen

«Man kann hier schon von einem krassen Fall sprechen»

Ein Kosovo-Schweizer bezog jahrelang IV-Gelder, arbeitete jedoch nebenbei als Chirurg und Dozent. Das Bundesamt für Sozialversicherungen versucht zu erklären, wie das passieren kann.

Herr Sohns, wie kann es passieren, dass ein Doppelbürger zehn Jahre lang unentdeckt im Ausland arbeiten und gleichzeitig IV-Gelder kassieren kann? Bei Renten, die ins Ausland ausbezahlt werden, gestaltet sich die Kontrolle durch die IV deutlich schwieriger als in der Schweiz, auch die soziale Kontrolle ist viel tiefer. Die Dossiers werden aber regelmässig im Rahmen von Rentenrevisionen überprüft. Macht man das nur vom Schreibtisch aus – allenfalls unterstützt durch Berichte von Vertrauensärzten vor Ort –, so ist das Kontrollniveau relativ tief. Bietet man die Versicherten in die Schweiz auf, so bedeutet das einen grossen Aufwand und grosse Kosten.

Der IV-Betrüger hat angeblich über eine halbe Million Franken ertrogen... Dabei handelt es sich nur bei einem sehr kleinen Teil um IV-Gelder. Die maximale IV-Vollrente beträgt 2280 Franken im Monat, das heisst 27'360 Franken im Jahr.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.