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«Masochisten braucht es nicht»

Simonetta Sommaruga werde sich im Bundesrat durchsetzen, prophezeit Ex-Sozialministerin Ruth Dreifuss. Sie widerspricht ihrer zornigen Partei, die um den Einfluss der SP in der Landesregierung fürchtet.

Frau Dreifuss, der Bundesrat hat eine historische Frauenmehrheit. Doch bereits bei der Verteilung der Departemente kam es zum Eklat. Sind Sie enttäuscht?Ich bin enttäuscht, dass der Konsens nicht gesucht wurde. Auch wenn die Frauenmehrheit ein Meilenstein in einer langen Entwicklung ist, erstaunt es mich nicht, dass parteipolitische Vorlieben und persönliche Ambitionen in dem Gremium weiterhin eine Rolle spielen.

Die zwei Bundesrätinnen Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf haben die neu gewählte Simonetta Sommaruga ausmanövriert.Es gehört halt zur Kompetenz des Bundesrats, so zu entscheiden. Es ist zwar ein schlechtes Zeichen für die künftige Zusammenarbeit, aber es ist nicht das erste und wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal, dass so etwas passiert. Das Gremium war nie eine Gruppe enger Freunde. Es gab Zeiten, da haben sich einzelne Mitglieder so sehr gehasst, dass sie nicht mehr miteinander sprachen.

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