Milchkuh-Schwund auf den Wiesen

Noch nie grasten in der Schweiz so wenig Milchkühe wie in diesem Jahr. Das könnte mit dem Milchpreis zusammenhängen.

Weniger Bauernhöfe: Anzahl der Milchkühe in der Schweiz hat abgenommen. (Archivbild)

Weniger Bauernhöfe: Anzahl der Milchkühe in der Schweiz hat abgenommen. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Knapp 566'000 Milchkühe haben im Oktober 2016 auf den Schweizer Wiesen gegrast. Ihre Anzahl hat insgesamt in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Im Jahr 2009 wurden noch über 600'000 Milchkühe gezählt.

Die Anzahl der Milchkühe im Jahr 2016 stellt ein Rekordtief dar, wie der Landwirtschaftliche Dienst (LID) am Freitag unter Berufung auf die Tierverkehrsdatenbank (TVD) mitteilte. Seit Ende der 1980er Jahre, als Rinder, die für die Milchwirtschaft gehalten werden, spezifisch als Milchkühe erfasst werden, wurden nie weniger Milchkühe gezählt aus heute. Dies bestätigte Reto Burkhardt von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) auf Anfrage.

Die Gründe für den Rückgang seien schwierig zu erfassen, sagte Burkhardt dem LID. Möglich sei, dass einige Produzenten wegen der tiefen Milchpreise die Tiere früher schlachten würden. Wie dem Geschäftsbericht der SMP aus dem Jahr 2015 zu entnehmen ist, war der vom SMP definierte Standard-Produzentenpreis für Molkereimilch Ende 2015 so tief wie zuletzt Mitte der 1960er Jahre.

Milch geht nicht aus

Auch dass die Anzahl der Bauernhöfe abnehme, könne zur Folge haben, dass es weniger Milchkühe gäbe, sagte Burkhardt. Wie der Informationsdienst anfangs Woche informierte, hat die Anzahl der Bauernhöfe seit 1996 von 79'479 Höfen um 33 Prozent auf 53'232 Betriebe im Jahr 2015 abgenommen. Allerdings sind die Höfe grösser geworden: zwischen 2000 und 2011 sind die Betriebe von durchschnittlich 15,2 auf 18,3 Hektaren gewachsen.

Dass der Schweiz nun wegen der geringeren Anzahl von Milchkühen die Milch ausgeht, muss gemäss Burkhardt nicht befürchtet werden. Die grösseren Betriebe würden mehr Milch liefern, da sie sehr professionell arbeiteten. Auch die Genetik der Tiere sei besser geworden, weshalb die Milchmenge trotz weniger Tieren nicht abnehmen werde. (pat/sda)

Erstellt: 26.11.2016, 12:18 Uhr

Artikel zum Thema

Die Sorgen des Bauernpräsidenten

Unsichere Ernährungslage in Krisenzeiten und zu tiefer Milchpreis: Bauernpräsident Ritter sorgt sich um die Nahrungsmittelsituation in der Schweiz. Für beide Probleme hat er eine Lösung. Mehr...

Berner helfen den Wallisern beim Raclettekäse

Jetzt, wo der Milchpreis so niedrig ist, lohnt es sich für Berner Bauern ganz besonders, Kühe auf Walliser Alpen zu entsenden. Mehr...

Tiefer Milchpreis: Jetzt kommt die Geburtenkontrolle für Milchkühe

In Schweizer Ställen stehen derzeit 25'000'Milchkühe zu viel. Damit der Schlachtpreis nicht sinkt, soll die Zahl durch Geburtenkontrolle reduziert werden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

Mamablog Wohin mit meiner Wut?

Sweet Home Helle Freude

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Sie kann gar nicht gross genug sein: Beobachtet von Schaulustigen, reitet ein Surfer vor der Küste von Nazaré, Portugal, auf einer Monsterwelle. (18. Januar 2018)
(Bild: Armando Franca/AP) Mehr...