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Militärjustiz prüft mögliche Vergewaltigung

Zwei WK-Soldaten stehen im Verdacht, letzte Woche im Ausgang eine Kollegin vergewaltigt zu haben.

Nach Angaben der Lausanner Zeitung «Le Matin» ereignete sich der Vorfall am Montagabend im Neuenburgischen Cortaillod. Der Kommandant des Wiederholungskurses leitete daraufhin ein Verfahren ein. Die zuständige Stelle reagierte am Mittwoch wortkarg: «Wegen eines angeblichen Übergriffs auf eine weibliche Angehörige der Armee wurde ein Verfahren eröffnet», bestätigte Silvia Schenker, die Sprecherin der Militärjustiz, auf Anfrage. Aus Gründen des Opferschutzes machte sie keine Angaben zur Frau und ihrem Dienstgrad. Der WK ist inzwischen zu Ende gegangen.

Alle Beteiligten «sehr betrunken»

Weder die Stelle «Frauen in der Armee» noch der zuständige Militärrichter wollten gestern Stellung nehmen. Laut «Le Matin» hat dieser bereits Soldaten der fraglichen Kompanie befragt. Der Angriff auf die Soldatin sei am Ende der Ausgangszeit erfolgt, wobei alle Beteiligten «sehr betrunken» gewesen seien. So sehr, zitiert die Zeitung einen ungenannten Soldaten der Kompanie, «dass sie sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnerten». Die Frau sei ins Spital gebracht worden; ihr gesundheitliche Zustand sei schlecht.

In der Schweizer Armee leisten gegen 1400 Frauen Dienst, 300 von ihnen in der Reserve. In den letzten zehn Jahren, heisst es bei der Militärjustiz, habe es keine rechtskräftigen Urteile zu Vergewaltigungen von Armeeangehörigen im Dienst gegeben. In drei Fällen entschied ein Militärgericht auf sexuelle Belästigung. Der mutmassliche Vorfall trifft das Verteidigungsdepartement in einer sehr heiklen Phase, stand es doch jüngst wegen verschiedener Vorfälle unter heftiger Kritik von Politik und Öffentlichkeit.

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