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Minders Berufung

Nach seinem Abstimmungserfolg will Thomas Minder keine Zeit verlieren, um neue Themen anzupacken: «Die Leute fordern mich auf», sagt der Ständerat. Nun möchte er sich überbezahlte Staatsbeamte vorknöpfen.

Der Rastlose: Thomas Minder in Bern.
Der Rastlose: Thomas Minder in Bern.
Keystone

Am Freitagabend in der «Arena» des Schweizer Fernsehens, am nächsten Tag auf dem Sofa der deutschen Fernsehlegende Frank Elstner und heute in der populären Talkshow von Günther Jauch: Der Medienmarathon von Thomas Minder ist schon fast so beeindruckend wie sein Erdrutschsieg mit der Abzockerinitiative. Seit einer Woche ist der Schaffhauser Ständerat auch international ein gefragter Mann. «Diese Initiative ist ein gutes Exportprodukt», sagte Minder in der «Arena», um gleich noch sein Erfolgsrezept zu verraten: «Es ist nicht wegen meiner blauen Augen. Der Text der Initiative, der war einfach verdammt gut.»

Der 52-Jährige möchte sich nach seinem Sieg über die Wirtschaftselite nicht länger ausruhen. Gegenüber den Medien spricht er bereits offen über seine nächsten Projekte. «Nun muss der Staat nachziehen», sagt Minder gegenüber dem «SonntagsBlick» und nimmt dabei Bundesbern ins Visier: «Abgangsentschädigungen und lange Lohnfortzahlungen bei Chefbeamten und abgewählten Mandatsträgern wie etwa Richtern müssen verboten werden.»

«Viele Leute fordern mich auf»

Nach seinem Abstimmungserfolg macht Minder keinen Hehl daraus, dass er sich zu diesen Themen berufen fühlt. Er habe vergangene Woche vom Volk viele Gratulationsschreiben erhalten, sagt der Unternehmer. «Etliche Leute fordern mich auf, nun gegen die völlig unbegreiflichen goldenen Fallschirme beim Staat vorzugehen.» Gefordert. Getan. Es sei «nur eine Frage der Zeit», bis er wieder aktiv werde. Denn es sei «noch delikater» als in der Privatwirtschaft, wenn Abgangsentschädigungen bei Staatsbetrieben erfolgten: «Diese berappen die Steuerzahler», sagt Minder.

Daneben verfolgt der Unternehmer noch ein zweites Thema mit höchster Aufmerksamkeit: Das hohe Bevölkerungswachstum. «Die massive Zuwanderung ist ein Problem. Wir müssen sie regeln», sagt Minder gegenüber dem «Sonntag». Eine mögliche Lösung sieht Minder in der Ecopop-Initiative. Damit gesellt er sich zu einem anderen Einzelkämpfer, der die Initiative des grün-rechten Komitees bereits unterstützt: Umweltschützer Franz Weber, der im Sommer 2012 mit der Annahme seiner Zweitwohnungsinitiative seinen grössten Erfolg feiern konnte.

«Das ist mit ein Grund, weshalb ich gewählt wurde»

Minder empfindet die 80'000 Menschen, die jährlich in die Schweiz einwandern, als «zu viel» – «man spürt es überall», sagt er. Die Unzufriedenheit steige auch gegenüber gut ausgebildeten Einwanderern, gegenüber den Deutschen. «Es brodelt, nicht nur am Stammtisch, sondern auch bei sonst sehr toleranten Personen», sagt Minder.

Neben der Ecopop-Initiative stehen mit der Massenzuwanderungsinitiative der SVP und einem bereits angedrohten Referendum gegen die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien weitere Bestrebungen in diese Richtung an. Ob Minder bei allen drei Abstimmungen an vorderster Front kämpfen wird, hat er noch nicht entschieden. Abseits wird er aber bestimmt nicht stehen. Denn er hat schon in seinem Wahlkampf im Kanton Schaffhausen für den Ständerat die Zuwanderung stark thematisiert. «Das ist mit ein Grund, wieso ich gewählt wurde», betont er.

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