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Mission statt Aufklärung

Das Internetforum von Dignitas zeigt: Ludwig A. Minelli droht den Blick für das Zulässige zu verlieren.

Man kann die Jugend auch überbehüten. Die jetzt bekannt gewordene Einschätzung des deutschen Jugendschutzes, das Sterbehilfeforum Dignitas sei jugend­gefährdend, tut dies nicht. Die Diskussion, die auch Jugendliche auf dieser Website über Suizidmethoden führen, ist in jeder Beziehung leichtfertig und widerspricht auch dem vom Gründer Ludwig A. Minelli oft wiederholten Credo: Dignitas helfe nicht nur beim Sterben, sondern auch dabei, Suizide zu verhindern. Die Möglichkeit zur Selbstbestimmung über den Tod wecke den Lebenswillen neu. Und Dignitas verhindere mit professioneller Sterbehilfe, dass misslungene Suizidversuche zu schweren Langzeitschäden führen.

Im Forum diskutieren Jugendliche mit altersbedingter Unbekümmertheit seit Jahren über Suizidmethoden in einer Art, die an Leichtfertigkeit schwer zu überbieten ist. Diskutiert wird etwa darüber, ob man sich besser mit einem Holzkohlegrill, einem Sprung in den Abgrund während einer Bergwanderung oder einer freiwilligen Ansteckung mit einem tödlichen Virus umbringen solle. Keine dieser Methoden wird Dignitas ernsthaft gutheissen – Einzelne ziehen unbeteiligte Dritte auf unzulässige Weise mit hinein.

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