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«Mit der EU einen Standard für den Informationsaustausch definieren»

Nationalrat und BDP-Vize Lorenz Hess will, dass der Bundesrat mit der EU über einen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen spricht. Sonst stehe die Schweiz bald mit dem Rücken zur Wand.

kpn
«Ich sehe das als Chance für einen Strategiewechsel»: Lorenz Hess.
«Ich sehe das als Chance für einen Strategiewechsel»: Lorenz Hess.
Keystone

«Die Schweiz darf nicht wieder warten, bis sie mit dem Rücken zur Wand steht und eines Tages unter Druck eine Variante des automatischen Informationsaustausches annehmen muss, die sie gar nicht will», sagte Hess in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Nach dem deutschen Nein zur Abgeltungssteuer und dem Fatca-Abkommen mit den USA müsse man davon ausgehen, dass die EU bald eine Gesamtlösung für die Einführung eines automatischen Informationsaustausches anstrebe, sagte Hess. «Ich sehe das als Chance für einen Strategiewechsel.» Hess ist der Meinung, dass die Schweiz nun proaktiv handeln und der Bundesrat mit der EU über einen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen sprechen müsse.

Nicht jede Transaktion

Hess schlägt eine Kombination von Abgeltungssteuer für Altlasten und einem «einfachen Informationsaustausch» vor. Unter einfachem Informationsaustausch versteht Hess, dass die Banken den Steuerbehörden nur Ende Jahr einen Kontoauszug liefern und nicht jede Transaktion melden müssen.

«Die Schweiz wäre gut beraten, zusammen mit der EU einen internationalen Standard für den Informationsaustausch zu definieren, der uns zugutekommt.» Weiter sagte Hess, er sei zuversichtlich, dass BDP-Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf ein entsprechendes Modell zur Diskussion stellen werde.

Schneider-Ammann will harte Haltung

Für eine andere Strategie hatte sich jedoch Bundesrat Johann Schneider-Ammann (FDP) ausgesprochen. Er forderte, bei einer harten Haltung zu bleiben. Ansonsten müsse die Schweiz mehr Konzessionen eingehen als nötig.

Er nehme darum «mit Verärgerung zur Kenntnis, dass auch die Betroffenen sich öffentlich positionieren und damit Freund und Feind dazu einladen, davon Gebrauch zu machen». Gemeint hat Schneider-Ammann die Privatbanken, die jüngst den automatischen Informationsaustausch nicht mehr kategorisch abgelehnt hatten.

(SDA)

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