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«Mütter werden rechtlich benachteiligt»

Unterstützung für die Ex-Partnerinnen: Mit dem neuen Unterhaltsrecht kommen auch auf ledige Väter Kosten zu. Rechtsprofessorin Monika Pfaffinger sagt, warum das fair ist.

Raphaela Birrer
Der Vater arbeitet, die Mutter betreut die Kinder – das ist bei den meisten getrennt lebenden Paaren die Vereinbarung: Ein Vater verbringt Zeit mit seinem Kind.
Der Vater arbeitet, die Mutter betreut die Kinder – das ist bei den meisten getrennt lebenden Paaren die Vereinbarung: Ein Vater verbringt Zeit mit seinem Kind.
Keystone
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Frau Pfaffinger, das neue Unterhaltsrecht sieht vor, dass auch unverheiratete Väter nach einer Trennung Unterhalt für die Mütter bezahlen müssen. Das klingt nach einer gesetzlichen Zementierung der traditionellen Rollen. Das stimmt ein Stück weit. Noch immer herrscht in der Schweiz – statistisch betrachtet – das Einernährermodell vor. Die Väter verdienen einen Grossteil des Familieneinkommens, die Mütter betreuen überwiegend die Kinder. Doch diese traditionelle Rollenverteilung lässt sich nicht alleine über das Unterhaltsrecht aufbrechen. Im Gegenteil: Dieses sollte den faktischen Realitäten, nicht den wünschenswerten Lebensformen gerecht werden. Das Gesetz muss die Verteilung der Ressourcen Zeit und Geld nüchtern regeln. Und aus dieser Perspektive ist es richtig, wenn jene Person, die zugunsten der Kinderbetreuung auf einen vollen Erwerb verzichtet, eine finanzielle Kompensation erhält. Die Schweiz wurde deswegen schon im Rahmen des UNO-Übereinkommens gegen jegliche Diskriminierung der Frau gerügt: Betreuungsarbeit müsse angemessen entschädigt werden. Daher ist es konsequent, dies auch für Unverheiratete gesetzlich zu verankern.

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