Zum Hauptinhalt springen

«Muss zuerst ein Polizist sterben?»

Nach den jüngsten Attacken gegen Polizeibeamte fordert die Präsidentin des Polizeiverbands härtere Strafen.

Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Schweizer Polizeiverbands, hat genug von der Gewalt gegen Polizisten: «Jetzt müssen wir aufhören alles schön zu reden und endlich durchgreifen.»
Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Schweizer Polizeiverbands, hat genug von der Gewalt gegen Polizisten: «Jetzt müssen wir aufhören alles schön zu reden und endlich durchgreifen.»
VSPB
Auf der Rückreise vom Auswärtsspiel in Lausanne eskaliert die Gewalt der GC-Anhänger gegen die Zugbegleiter. Diese ergreifen die Flucht.
Auf der Rückreise vom Auswärtsspiel in Lausanne eskaliert die Gewalt der GC-Anhänger gegen die Zugbegleiter. Diese ergreifen die Flucht.
Laurent Gillieron, Keystone
Beim Spiel zwischen dem FC Aarau und Rapperswil-Jona warfen Fans des FC Aarau Petarden auf Polizisten.
Beim Spiel zwischen dem FC Aarau und Rapperswil-Jona warfen Fans des FC Aarau Petarden auf Polizisten.
Google
1 / 5

Die Präsidentin des Schweizer Polizeiverbands hat genug: In einer Mitteilung verlangt Johanna Bundi Ryser ein härteres Vorgehen gegen Beteiligten bei den jüngsten Angriffen auf Polizisten. Die Brutalität nehme zu, die Strafen seien zu milde. «Muss zuerst ein Polizist sterben, bevor wir die Samthandschuhe endlich weglegen?», fragt sie.

In den letzten Tagen gab es gleich mehrere Attacken auf Polizeibeamte. Am Donnerstagnachmittag haben Fussballchaoten vor dem Stadion in Rapperswil-Jona einen Knallkörper gegen zwei Polizisten geworfen. Diese erlitten ein Hörtrauma, einer eine Brandverletzung. Wer die Knallkörper geworfen hat, ist noch unklar.

Zu Gewalt gegen Polizisten war es bereits in der Nacht auf Donnerstag in Zürich gekommen. Beim Fussballspiel zwischen Sion und den Grasshoppers waren zwei Stadtpolizisten von mehreren Personen – vermutlich Fussballfans – angegriffen worden. Ein Polizist wurde dabei verletzt und musste ins Spital gebracht werden.

«Polizistinnen und Polizisten verstehen das nicht»

Vor zwei Wochen gerieten SBB-Mitarbeiter ins Visier von gewaltbereiten Fans: Nach dem Fussballspiel zwischen Lausanne und GC am Samstagabend wurden die Zugbegleiter im Extrazug nach Zürich dermassen bedroht, dass sie selber die Notbremse zogen und den Zug verliessen.

Verbandspräsidentin Ryser fordert nun eine «lückenlose Aufklärung» der Fälle und sieht die Politik in der Pflicht. «Die Polizistinnen und Polizisten, die täglich auch ihr Leben für die Sicherheit der Bürger einsetzen, verstehen einfach nicht, wenn der Bundesrat – bei der Verschärfung des Strafrahmens – die Angriffe auf die Polizisten verharmlost und auf eine Gefängnisstrafe verzichten will», schreibt Ryser in der Mitteilung.

Aber auch die Fussballclubs müssten sich mehr gegen Gewalt einsetzen. «In die Pflicht sollen auch die die Klubs und die Liga genommen werden, denn sie profitieren von der durch die Polizei gewährleisteten Sicherheit.»

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von Redaktion Tamedia.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch