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Nach Bündner Bauskandal: Lebrument kritisiert Weko scharf

Der Bündner Wahlkampf sei «aufs Schwerste gestört und beschädigt» worden, «eine traurige Institution» sei die Weko.

Verleger Hanspeter Lebrument äussert sich zum Bündner Bauskandal: Er fordert von der Wettbewerbskommission (Weko) eine Erklärung, weshalb die Resultate der Untersuchung zu diesem Zeitpunkt publik gemacht wurden.
Verleger Hanspeter Lebrument äussert sich zum Bündner Bauskandal: Er fordert von der Wettbewerbskommission (Weko) eine Erklärung, weshalb die Resultate der Untersuchung zu diesem Zeitpunkt publik gemacht wurden.
Alessandro della Valle (Archiv), Keystone

Der Skandal um illegale Absprachen im Bündner Baugewerbe wirft weiter Wellen. Nachdem Andreas Felix, Geschäftsführer des Graubündner Baumeisterverbands, als BDP-Regierungsratskandidat und kantonaler Parteipräsident zurückgetreten ist, äussert sich nun «Südostschweiz»-Verleger Hanspeter Lebrument.

In seiner Zeitung erhebt Lebrument schwere Vorwürfe gegen die Wettbewerbskommission (Weko), die sieben Unterengadiner Baufirmen mit insgesamt 7,5 Millionen Franken gebüsst hat: «Die Weko hat in enger Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Onlinemagazin ‹Republik› den Bündner Wahlkampf für Regierung und Parlament vom 10. Juni aufs Schwerste gestört und beschädigt.» Man habe «schuldlose» Bündnerinnen und Bündner in die Affäre gezogen, für welche sie nicht in Verantwortung stünden. Daraus resultiert für Lebrument: «Eigentlich müsste die Wahl abgesetzt und neu angesetzt werden.»

Auch Somedia-CEO Andrea Masüger äussert sich in einem Kommentar zum Bauskandal. So seien durch die Veröffentlichung der Preisabsprachen und die grosse Medienresonanz Regierungsratskandidaten «gefallen» und Regierungsräte ins «Zwielicht geraten» – und dies kurz vor den Wahlen.

Weko soll Erklärung abgeben

Masüger erwähnt, dass die «Südostschweiz» bereits seit Jahren über die Situation des Baugewerbes schreibe und die «Südostschweiz am Wochenende» bereits im vergangenen Januar mit Adam Quadroni, dem Kartell-Whistleblower, gesprochen habe. Daher habe die «Republik», so Masüger, «kalten Kaffee Jahre später wieder zu einem heissen Gebräu aufgekocht». Ein Faktor, der auch in Lebruments Beitrag zutage tritt. Er fordert eine «bindende Erklärung, warum ein solch schwerwiegendes Ereignis, das seit Jahren untersucht wird, sechs Wochen vor den Wahlen – und nicht zwei Wochen nach den Wahlen – von der Weko bekannt gegeben wurde». So aber habe die Weko dem Kanton Graubünden «hohen Schaden zugefügt».

Es brauche laut Lebrument nun mehr Informationen seitens der Weko, was die genaue Höhe der Summe der Geprellten betrifft. Es sei nämlich «traurig», dass die Weko nach jahrelangen Untersuchungen nur das Resultat hervorbringe, dass Preisabsprachen stattgefunden hätten. Mit Verweis auf frühere, eigene Auseinandersetzungen mit der Weko bilanziert Lebrument: «Die Weko ist und bleibt für mich eine traurige Institution.»

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