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Nach der Wahlniederlage droht die SVP mit Hausbesuchen

Parteichef Albert Rösti will den Negativtrend stoppen und neue Wege bei der Wählermobilisierung gehen.

Christoph Lenz, Markus Brotschi
Versucht es mit Innovation: SVP-Präsident Albert Rösti. Foto: Franziska Rothenbühler
Versucht es mit Innovation: SVP-Präsident Albert Rösti. Foto: Franziska Rothenbühler

Die SVP kommt bei Parlamentswahlen nicht mehr auf Touren. Seit den Nationalratswahlen im Oktober 2015 hat sie in den Kantonen insgesamt 0,4 Prozentpunkte an Wähleranteil verloren. Dies zeigt eine Auswertung der Tamedia-­Redaktion. Der Negativtrend hat sich jüngst akzentuiert: Ab 2017 verlor sie bei allen kantonalen Wahlen; im Kanton Bern betrug der Wählerverlust am vergangenen Wochenende minus 2,2 Prozentpunkte. Hinzu kamen Anfang März aufsehenerregende Niederlagen im Kanton Zürich.

Im Interview mit dieser Zeitung relativiert Parteipräsident Albert Rösti zwar die Ergebnisse, zugleich zeigt er sich «beunruhigt» über die Sitzverluste in den Kantonen. Deren Ursache? «Offensichtlich gibt es eine Selbstzufriedenheit – in der Partei, aber auch bei den Wählern», so Rösti. Ohne «massive Korrekturen» und einen Kraftakt in den Kantonen drohe der stärksten Partei der Schweiz bei den nationalen Wahlen 2019 eine Niederlage.

Von der SP abgeschaut

Ansetzen will Rösti primär bei der Wählermobilisierung. Die SVP will hier neue Wege gehen: Zum einen hat die Volkspartei bei den Berner Wahlen erstmals einen Telefonalarm bei den Wählern durchgeführt. Die SP setzt dieses Instrument seit 2014 sehr erfolgreich ein. Geht es nach Rösti, so soll die SVP ihre Basis künftig aber auch zu Hause aufsuchen und auf die Wahlen einschwören. «Wahrscheinlich müssen Hausbesuche ein Element unserer Mobilisierung werden», sagt Rösti. Im Ausland sei dieses Mittel ja sehr verbreitet. Auch auf den sozialen Medien müsse die SVP aktiver sein.

Politologen führen das Schwächeln der SVP auf die Themenwahl zurück. Inhaltliche Kurskorrekturen lehnt Rösti jedoch ab: «Die SVP ist erfolgreich, weil wir sehr geradlinig auf unseren Themen bleiben.»

Während die SVP seit Oktober 2015 eine leicht negative Bilanz in den Kantonen aufweist, haben FDP, SP und Grüne ihre Wähleranteile leicht erhöht. Die FDP legte gemäss Tamedia-Analyse um 2,0 Prozentpunkte, die SP um 0,9 Punkte zu.

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Video – «Staatsstreich» und «Gaunersyndikat»

Christoph Blocher warnt an der Delegiertenversammlung der SVP vor einem Rahmenvertrag mit der EU. (Video: Tamedia mit Material von SRF)
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