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Nähert sich der Peiniger, schlägt der Peilsender Alarm

Karin Keller-Sutter will Frauen mit Trackern ausrüsten, um sie besser vor häuslicher Gewalt zu schützen.

Frauen machen vor dem Bundeshaus darauf aufmerksam, dass häusliche Gewalt alle etwas angeht. Karin Keller-Sutter will gegen das Problem besser vorgehen. Foto: Anthony Anex (Keystone)
Frauen machen vor dem Bundeshaus darauf aufmerksam, dass häusliche Gewalt alle etwas angeht. Karin Keller-Sutter will gegen das Problem besser vorgehen. Foto: Anthony Anex (Keystone)

Die Zahlen sind alarmierend: Allein im Jahr 2018 starben in der Schweiz 24 Frauen und 3 Männer infolge häuslicher Gewalt. Zudem gab es 52 versuchte Tötungen. Justizministerin Karin Keller-Sutter will die Femizide verhindern. «Ich bin nicht bereit, solche Taten einfach so hinzunehmen», sagt sie im Interview zum Jahreswechsel. Die FDP-Bundesrätin will deshalb bei einem verfügten Kontaktverbot in Fällen von häuslicher Gewalt nicht nur den Täter mit einer elektronischen Fussfessel ausstatten.

Auch das Opfer soll überwachungstechnisch ausgerüstet werden. «Es hätte eine Art Tracker, der einen Alarm auslöst, wenn sich der Gefährder nähert. Das Opfer könnte sich dann entfernen und die Polizei verständigen.» Keller-Sutter sieht darin eine Alternative zur Echtzeitüberwachung, welche die Kantone ablehnen, weil sie zu aufwendig und zu teuer ist.

«Ich bin nicht bereit, Gewalttaten einfach so hinzunehmen.»

Karin Keller-Sutter, Justizministerin

Zudem will die Justizministerin prüfen, ob in Vergewaltigungs-Strafverfahren direkt bei den Staatsanwaltschaften eine Opferbegleitung angesiedelt werden könnte. Damit würde die Stellung des Opfers gestärkt: Es hätte eine garantierte Ansprechperson, die es durch das gesamte Strafverfahren begleitet. «Heute orientiert sich der ganze Prozess zu stark am Täter, am Nachweis seiner Handlungen», begründet Keller-Sutter.

Mit diesen Massnahmen setzt die Bundesrätin den Akzent auf ein Thema, das sie seit ihren politischen Anfängen beschäftigt. Bereits als St. Galler Regierungsrätin hatte sie vor bald 20 Jahren den Schutz gewaltbetroffener Frauen per Gesetz markant erhöht.

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