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Nationalrat Luzi Stamm kauft Drogen – undercover

Der SVPler bestellt die Polizei ins Bundeshaus und sorgt für Aufregung. Jetzt erklärt er, was dahintersteckt.

Als verdeckter Ermittler in Berns Gassen unterwegs: Nationalrat Luzi Stamm. Video: 20 Minuten

War es nun Heroin oder doch Kokain, das SVP-Nationalrat Luzi Stamm am Dienstagabend in der Berner Altstadt gekauft hatte? Die Online-Portale von CH-Media berichteten gestern über den bizarren Drogenkauf des Politikers. Im Gespräch mit dieser Zeitung war sich Stamm dann nicht mehr sicher, was er gekauft hatte. Er sprach von einem Gramm Heroin, dann wieder von Kokain.

Mit seiner Aktion machte sich der 66-Jährige gestern zum Hauptgespräch im Bundeshaus. Nach einer Veranstaltung am Dienstagabend hörte Stamm nach eigener Aussage auf dem Heimweg einem Strassenmusiker zu, weil dieser die «Love Story» spielte. Einem anderen Zuhörer habe er gesagt: «Nur high wäre dieser Moment noch schöner.» Der Angesprochene sprang offenbar auf die Andeutung an, sagte, er habe etwas dabei.

Nach etwa halbstündiger Verhandlung, wie Stamm sagt, habe er für gut 40 Franken ein Säckchen genommen. «Ich habe dem Dealer gegenüber meine Rolle als Käufer perfekt gespielt», sagt er. Ruhig stehen bleiben kann der Politiker während seiner Schilderungen nicht. Stamm ist zerfahren, sucht ständig nach etwas. Er erzählt deshalb im Weitergehen. Seine Mitarbeiterin sei weg. Hier sei sie eben erst noch gesessen – «auf diesem Stuhl». Stamm zeigt auf einen leeren Platz im Vorzimmer des Nationalratsaals.

Die weitere Suche nach der Mitarbeiterin und der weitere Verlauf der Geschichte führen durchs halbe Parlamentsgebäude. Stamm erklärt sein Motiv. «Ich mache die unhaltbare Dealerei in Bern bewusst zum Thema, damit endlich etwas unternommen wird.» Die Dealerei kenne er. Seinerzeit als Gerichtspräsident habe er diese mit aller Härte bestraft, schweift er ab. Aber so wie am Dienstagabend könne es doch nicht weitergehen. Da müsse der Nause etwas unternehmen, fordert er vom Stadtberner Sicherheitsdirektor.

Luzi Stamm erzählt, wie er die Droge später ins Bundeshaus gebracht habe. Der Sicherheitsdienst habe gesagt, er solle «das Zeugs» wieder mitnehmen. Dann ging Stamm heim, konnte nicht schlafen, verschickte um drei Uhr früh Mails. Gestern Morgen dann, zurück im Bundeshaus, holte er die Polizei. Diese nahm Stamms Anzeige mit und die Droge auch. Dass er sich selbst strafbar machte, dessen ist sich Stamm bewusst. Den Strafbefehl werde er anfechten.

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