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«Natürlich ginge es auch kleiner»

Ladina Heimgartner ist das neue Aushängeschild der Gegner von No Billag.

Natürlichkeit, Augenmass, Klarheit und Ausstrahlung: Ladina Heimgartner kämpft gegen die No-Billag-Initiative.
Natürlichkeit, Augenmass, Klarheit und Ausstrahlung: Ladina Heimgartner kämpft gegen die No-Billag-Initiative.

Sie hat das, was dem Grossunternehmen SRG im zunehmend hysterisch wirkenden Abstimmungskampf um die No-Billag-Abstimmung bisher fehlte: Natürlichkeit, Augenmass, Klarheit und, ja, eine sympathische Ausstrahlung.

Während Möchtegern-SRG-Retter wie Roger Schawinski ganze Bücher füllen mit Weltuntergangswarnungen vor einem Ja in der «Mutter aller Abstimmungen», hat Ladina Heimgartner mit ein paar klug gesagten Sätzen Ton und Lautstärke der Debatte wieder auf ein erträgliches Niveau heruntergedreht. «Ja, wir haben Fehler gemacht», sagte die SRG-Vizedirektorin an einem Podium in Zürich. Oder, im Gespräch mit der «Südostschweiz am Sonntag»: «Eine gewisse Gelassenheit und Zurückhaltung, gerade in den sozialen Medien, täten uns schon gut.» Und: «Natürlich ginge es auch kleiner», antwortete sie auf eine Frage der «Wochenzeitung», «aber nicht, ohne dass ein Teil des Publikums etwas verliert dabei.» Oder: «Ein öffentliches Medienhaus hat nicht arrogant zu sein – Punkt.»

«Du kannst doch gut schreiben!»

Ladina Heimgartner ist 37 Jahre alt und schon seit vier Jahren Direktorin des rätoromanischen Radios und Fernsehens. Seit dreieinhalb Jahren ist sie Mitglied der Geschäftsleitung der SRG und seit Oktober vergangenen Jahres Stellvertreterin von Generaldirektor Gilles Marchand. «Quotenfrau!» war die Reaktion auf den schnellen Aufstieg der jungen Journalistin – ein arrogantes Schlagwort, das sie unberührt liess. Klar, es gab Leute, die ihr Potenzial erkannten und sie förderten. Aber nicht alles fiel ihr in den Schoss: «Ich habe immer sehr viel und hart gearbeitet.»

Aufgewachsen ist Heimgartner im Engadin, ihre Eltern führen dort ein kleines Hotel. Der Vater verlangte von ihr, dass sie ihr Studium in Freiburg mitfinanziere, und meinte: «Du kannst doch gut schreiben!» Um ihm das Gegenteil zu beweisen, bewarb sie sich gleich bei vier Zeitungen: «Tages-Anzeiger», NZZ, «Freiburger Nachrichten» und «Bündner Tagblatt». Schliesslich schrieb sie während des Studiums regelmässig in Freiburg für die «Nachrichten», am Wochenende in Chur für das «Tagblatt». Am Tag nach der Abschlussprüfung an der Uni startete sie in ihrem ersten Job als Kulturchefin des «Bündner Tagblatts».

Und jetzt ist sie, perfekt viersprachig, als Aushängeschild der SRG unterwegs im ganzen Land. Die typische Ochsentour: etwa am kommenden Samstag um 10 Uhr morgens im Restaurant Fumagalli in Uetikon ZH. Sie würde auch bei Veranstaltungen der No-Billag-Initianten auftreten, wenn sie angefragt würde.

Ihr Fleiss, ihre Argumente und ihre natürliche Ausstrahlung zahlen sich aus, für die Radio- und Fernsehgesellschaft und für sie. «20 Minuten» fragte – noch vorsichtig: «Bodigt diese Frau die No-Billag-Initiative?» Aber für die «SonntagsZeitung» steht schon fest: «Die Hoffnung der SRG ist weiblich.»

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