Neue Anschuldigungen gegen Yannick Buttet

Der Walliser Nationalrat soll mehrere Frauen sexuell belästigt haben. Zwei Westschweizer Zeitungen haben deren Aussagen veröffentlicht.

Nach Stalking-Affäre: CVP-Nationalrat Yannick Buttet hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Nach Stalking-Affäre: CVP-Nationalrat Yannick Buttet hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Bild: Anthony Anex/Keystone

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Sechs Frauen – darunter vier Nationalrätinnen – schildern ihre Erlebnisse mit Yannick Buttet auf Partys oder offiziellen Empfängen. Die Vorfälle seien datiert und sollen sich zwischen Juni 2013 und September 2017 ereignet haben, berichten die Westschweizer Zeitungen «Le Nouvellliste» und «Le Temps». Sie haben die Schilderungen der Frauen, die anonym bleiben wollen, teilweise veröffentlicht.

«Laut den Aussagen handelt es sich um hochgeschobene Kleidung, Versuche, Geschlechtsteile zu berühren, heftige Umarmungen, spürbare Erektion, Hände auf dem Gesäss, unangemessene und erotische Gesten und aufdringliche Annäherungsversuche», schreibt «Le Nouvelliste» – aus Rücksicht auf Angehörige publiziere man nicht die ausführliche Beschreibung. Die Vorfälle würden gesetzlich als sexuelle Belästigung gelten, so die Zeitung weiter. In einigen Fällen hätten anwesende Drittpersonen eingreifen müssen.

Anwalt: «Kann sich nicht erinnern»

Sein Klient leide seit Jahren an einem Alkoholproblem und könne sich nicht an solche Fälle erinnern, sagt der Anwalt von Yannick Buttet auf Anfrage von «Le Nouvelliste». Da die Fälle anonym geschildert würden, könne er sich auch nicht dazu äussern, so Andreas Meili weiter.

Nachdem vor rund zwei Wochen Stalking-Vorwürfe gegen den CVP-Nationalrat publik geworden waren, hatten Politikerinnen – darunter SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz – unangemessenes Verhalten Buttets geschildert.

Video – Reaktionen aus Bundesbern Parlamentarierinnen äussern sich zur Stalking-Affäre um Yannick Buttet. (Video: Tamedia, SDA)

Daraufhin legte der 40-jährige Buttet sein Amt als Vizepräsident der CVP Schweiz nieder und trat aus der Öffentlichkeit zurück, um eine Alkoholentziehungskur zu machen.

Angst, nicht ernst genommen zu werden

Insgesamt acht Nationalrätinnen hätten mittlerweile Vorwürfe gegen Yannick Buttet erhoben, berichtet «Le Temps». Drei der Frauen, die sich nun schriftlich geäussert haben, hätten noch nie mit der Presse gesprochen. Sie wollen anonym bleiben, aus Angst, als Opfer zu gelten, nicht ernst genommen zu werden und an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Eine der Frauen verweist auf Amaudruz, die von ihrer Partei dafür kritisiert worden war, dass sie sich zum Fall geäussert hatte. (ij)

Erstellt: 16.12.2017, 11:25 Uhr

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