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Neue Statistik: Tamilen sind krimineller als Ex-Jugoslawen

Erstmals liegen genaue Zahlen zur Kriminalität in Bezug auf das Herkunftsland vor. Die Statistik zeigt ein deutliches Bild, widerspricht aber auch gängigen Klischees, die in der Bevölkerung herrschen.

Männer aus Angola, Nigeria und Algerien kassieren in der Schweiz sechsmal mehr Strafanzeigen als Schweizer Männer. Dafür sind die Schweizer fast doppelt so kriminell wie eingewanderte Deutsche.

Erstmals konnten die Experten vom Bundesamt für Statistik die Kriminalitätsrate in Beziehung zur Nationalität der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung setzen. Die Zahlen basieren auf der polizeilichen Kriminalstatistik 2009 und wurden für die «SonntagsZeitung» erhoben. Demnach sind Tamilen fast fünf Mal krimineller als Schweizer. Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien geraten nur doppelt oder dreimal soviel in Konflikt mit dem Gesetz, noch weniger oft als Türken.

Tamilen in den Fokus

SVP-Nationalrat Yvan Perrin fordert nun Integrationsmassnahmen bei allen Gruppen, die hohe Werte aufweisen. «Nicht nur für bisher bekannte, sondern auch für neue wie Dominikaner oder Tamilen», sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung».

FDP-Integrationsspezialist Philipp Müller will die Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten einschränken: «Die Zahlen zeigen klar, dass wir dort ein Integrationsproblem haben.» Er reicht dazu nächste Woche drei parlamentarische Initiativen ein.

Migrationschef zeigt sich überrascht

Alard du Bois-Reymond, der Direktor des Bundesamts für Migration (BfM), zeigt sich im Interview mit dem «Sonntag» überrascht «von der Deutlichkeit des Bildes». «Die Zahlen sind frappierend», so der BfM-Chef. «Noch immer sind Afrikaner in der Schweiz zu wenig gut integriert.»

Wenig überrascht zeigt sich die Polizei. So sagt Heinz Buttauer, Präsident des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPD) gegenüber der «Sonntag»: «Wir beobachten seit Jahren, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die mit dem Vorsatz in die Schweiz kommen, hier zu delinquieren.» Er könne zudem nicht nachvollziehen, weshalb permanente Gesetzesbrecher ungescholten in der Schweiz leben können, ohne, dass ihnen eine Abschiebung drohe.

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