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Neugieriger Wanderer und gelassener Prediger

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck besucht die Schweiz.

Moralische Autorität: Joachim Gauck bei einem Termin in Rostock. (Archivfoto)
Moralische Autorität: Joachim Gauck bei einem Termin in Rostock. (Archivfoto)
Keystone

In einer Politik, die von Pragmatikern und Technokraten dominiert wird, sind Momente der Ergriffenheit selten geworden. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck (74) ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme: Seinen Reden kann man sich emotional nicht einfach entziehen. Spricht er zu den Menschen, so ist es diese mit sanfter Autorität unterlegte Mischung aus Lebensklugheit und hohen Moralansprüchen, welche die Zuhörer packt. In seinem früheren Leben, bevor er 1990 Chef der später nach ihm benannten Stasi-Unterlagen-Behörde wurde, hatte er als evangelisch-lutherischer Pastor im DDR-Unrechtsregime lange an der Macht des Wortes gefeilt und sie perfektioniert. In der Wendezeit, nach dem Fall der Mauer, kam ihm seine rhetorische Begabung und Erfahrung zugute. Als Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR war er massgeblich an der friedlichen Revolution beteiligt, die eigentlich die Abwicklung jenes Staatsgebildes war, das er nach eigenen Worten tief hasste.

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