Nicht jeder Milliardär darf in die Schweiz

Auch Superreiche wie Roman Abramowitsch sollen keine Sonderrechte beanspruchen können.

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Wer über schwer­reiche Männer aus der Ex-Sowjetunion berichten will, kann auch in der Schweiz so einiges erleben. Man trifft Juristen, die mit eindringlichem Blick Warnungen aussprechen. Andere einflussreiche Personen deuten lächelnd an, man könnte doch Millionen verdienen, wenn man nur auf den geplanten Bericht verzichte.

Roman Abramowitsch wäre schlecht beraten, wenn er Einschüchterungs- und Schmierversuche in der Schweiz initiieren würde. Doch der Boss des Chelsea F.C. hat das gar nicht nötig.

Nachweislich schlecht beraten war er hingegen bei seinen Umzugsplänen ins Wallis. Als die Behörden sich anschickten, sein Aufenthaltsgesuch abzulehnen, wehrte Abramowitsch sich nicht auf dem Rechtsweg. Dies wäre in der Schweiz üblich und alles andere als aussichtslos. Doch Abramowitsch wollte lieber lobbyieren. Er intervenierte direkt bei der höchsten Polizistin des Landes. Und er blitzte ab.


Fedpol sieht in Abramowitsch eine Gefahr für die Schweiz Der Vorwurf: Kontakte zu kriminellen Organisationen und Vermögen illegaler Herkunft. Der Russe dementiert vehement. (Abo+)


Die Schweiz hat das gute Recht, Migranten auf Sicherheits­risiken zu prüfen, bevor sie Niederlassungsbewilligungen verteilt. Das gilt für Menschen, die aus Armut und Bürgerkrieg flüchten, das gilt für Milliar­däre. Auch Superreiche sollen keine Sonderrechte bean­spruchen können – zumindest keine zusätzlichen: Zwei legale Extrawürste reichen vollauf. Erstens kann sich, wer viel Geld hat, vereinfacht in der Schweiz niederlassen. Zweitens geniesst er dann noch oft – höchst umstrittene – Steuerprivilegien.

Positiv ist, dass die Schweizer Sicherheits- und Migrations­behörden nun Aufenthalts­gesuche jeglicher Art intensiver prüfen und manchmal ablehnen. Zu viele Oligarchen, die ihr Vermögen auf undurchsichtige Weise angehäuft haben, leben bereits im Land. Gut ist auch, dass Schweizer Gerichte gar nichts davon halten, die Berichterstattung über die Behandlung solcher Gesuche zu zensurieren. Den Journalismus zu verbieten, passt eher zu den Herkunftsländern der Oligarchen. Zur Schweiz passen Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit. Dazu gehört auch, dass sich weder Staats­angestellte noch Journalisten einschüchtern oder kaufen lassen, ganz egal, von wem.


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Erstellt: 25.09.2018, 07:05 Uhr

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